Kälter, Härter aber nicht in jedem Aspekt Schöner

Man kann ja auch nicht alles haben. (Obwohl ich in den letzten Monaten feststellen musste, wie der Satz von Freddy immer mal wieder durch meinen Kopf streifte: “I want it all, and I want it now!!”. In diesem Fall war alles (u. a.): Die BC besser laufen als vor zwei Jahren (OK, starten stand ganz oben auf der Liste); das Briefing gut machen; Ruhe zu haben um zu mir zu kommen; Zeit mit der Familie verbringen; Feiern; Leute treffen; Unterwasserrugby spielen; Arbeiten natürlich auch; Gesund bleiben; entspannen (?); undundund.

Das erste und größte Opfer der Überfrachtung war eine vernünftig durchdachte sportliche Vorbereitung auf die BC. Die Länge machte mir keine Angst (noch nicht mal Respekt), und volle Wochenenden machten die langen Läufe zu einer Seltenheit. Ich täuschte mich darüber hinweg, und machte mir vor, dass die Regelmäßigkeit mit der ich lief schon ausreichen wird. Und schließlich ist eine der Wesheiten der Ultra-Liste, dass Training nicht darüber entscheidet, ob man finisht, sondern darüber, wie unangenehm die Zeit bis zum Finish wird.

Als die Sache dann konkret wurde, sich die aalglatten Verhältnisse im Göttinger Stadtwald einfroren, und dann noch die Meldungen von den Streckenmarkierern eintrudelten, bekam ich richtig Schiss. War das ne gute Idee? Hätte ich nicht noch viel mehr machen müssen? Icebugs kaufen? 80k auf Yaktrax sind nicht drin, da bekomme ich Krämpfe im Fußboden (ha! Wie heißt das? Fußsole.) 80k auf dem Untergrund ohne Yaktrax gehen auch nicht. Oh weia. Die Erwartung des Briefings tat seinen Teil zu meinem stetig steigenden Adrenalinspiegel bei. Am Freitag war ich dann kaum noch zu gebrauchen.

Es wurde drei Uhr, ich schmiss alles was ich brauchen würde (Brockenbeutel, Thermoskannen und Technikequipment fürs Briefing und werweissobichsnichtnochbrauche) in die Satteltaschen und schwang mich auf die Räder. Das zweite Rad für meinen Bruder den Fassberg runterzubremsen war dann doch eine ziemlich heikle Angelegenheit, und die nötige Konzentration hat mich für einen Augenblick den Stress vergessen lassen. Aber Adrenalin abgebaut habe ich in der Sekunde sicher auch nicht. Heile am IFL angekommen, kam Jan auch gerade um die Ecke als ich vom Rad stieg. Schönes Wiedersehen! Dann im Tunnelblick hoch in den Hörsaal, wenn ich anfange alle zu begrüßen, die ich gerne begrüßen würde, wäre ich um sieben noch nicht oben. Schade.

Im Hörsaal dann die wohltuende Ruhe und der freudige Anblick einer ziemlich zeitgemäßen Beamerinstallation. Die sogar genau so funktionierte, wie sie sollte. Wow. Ich packte meine Rechner und Kabel aus, steckte alles zusammen, und wollte die Folien durchgehen. Kurz noch den Rechner ins Eduroam einbuchen, damit Google Earth läuft. Urgs. Das ging nicht. Nein! Ohne Internet war ich ziemlich aufgeschmissen. Also nochmal die Anleitung der GWDG durchgegangen. Damit hatte es doch geklappt. Und der Access-Point hing direkt hinter mir. Nach einiger nervenaufreibender Fehlersuche wurde klar, im Hörsaal gabs kein Wlan. Davor schon. Doof! Ein netter Mensch aus dem IFL meinte dann, dass alle immer ein Kabel benutzen. Hm. Ohne die Rechner vorher anzumelden? Ich war skeptisch, wollte es aber probieren. Sein Rechner tat es auf jeden Fall an der Buchse am Pult. Also musste ich nochmal zur Arbeit und einen Ethernet-Adapter und ein Kabel holen. Frisch Luft, Bewegung. Das tat gut. In der Zwischenzeit hat Philipp dankenswerterweise meinem Rechner beigebracht, den Sound von Katis Video rauszuschleifen. Ich war bei sowas mit Windows immer total aufgeschmissen.
Wieder dort hat das Kabel getan, alles funktioniert, und wir steuerten auf sechs Uhr zu. Nochmal Beine vertreten, Starterbeutel abholen (unter den neidischen Blicken der Helfer “Der ist viel schwerer als die anderen.” Danke Frank!) eine kleine Szenenbesprechung mit Markus, ein paar Worte mit den Läufern, die schon im Hörsaal saßen und los gings. Technisch lief es glatt, die Musik war wunderschön, nur die Wetterangaben von letzem Jahr auf der ersten Folie schnell als Fake-News von Aschu enttarnt. Ich versuchte mich bei der Diashow etwas zu erden, aber das klappte nur mittelmäßig. Der Rest des Briefings verlief recht glatt, wenn auch nicht besonders bewusst auf meiner Seite. Es scheint aber ganz gut angekommen zu sein, ich darf nächstes Jahr wieder!

Als sich der Hörsaal leerte, merkte ich, wie eine ziemlich große Last von meinen Schultern fiel. Geschafft. Und gar nicht mal so schlecht. Sachen zusammenpacken, und als ich mit Jan zusammen zu den Rädern ging, waren kaum noch Leute da. Alles hatte sich verflüchtigt, alle machten sich für den nächsten, großen Tag fertig. Hm. So wirklich dämmerte es mir erst jetzt, dass es nun ziemlich rasant auf die, meine zweite wirkliche BC zuging. Hatten wir ja alles schon, kenn ich. Was soll schon schiefgehen. Wenn ich überlege, wie viel Zeit ich vor zwei Jahren in die Vorbereitungen gesteckt hatte. Wochenlang Listen geschrieben, was ich anziehen soll, was ich wo reinpacken will, Für und Wider. Jede Menge. Diesmal? Not so much. Ich habe meine (im letzten Jahr verfeinerte) Liste genommen, drübergeschaut, festgestellt, dass ich alles ohne großen Aufwand zusammensuchen kann, und das wars. Immerhin habe ich Donnerstag abend noch festgestellt, dass der BC-Track gar nicht auf den Uhren war. Blöde Updaterei.

So kamen wir um acht gemütlich nach Hause und schlichen uns rein, um ja keine Kinder am Einschlafen zu hindern. Nicht leise genug. Als wir es fast in den ersten Stock geschafft hatten tönte ein leutes “Hecke!” aus vier Kehlen aus dem Schlafzimmer. Alle noch wach. Aber so konnten wir standesgemäß der ganzen Bande Hallo und Gute Nacht sagen. Das war schön. Tom wollte unbedingt mit zum Start, traute sich sogar zu, alleine durch den Wald wieder nach Hause zu gehen. Nur ne Taschenlampe wollte er haben. Hut ab! Die anderen würden wir erst Sonntag früh wiedersehen. Da war es schön, nochmal alle gedrückt zu haben.

Jan hatte seine Sachen flott zusammen, ich eigentlich auch, dennoch tüdelte ich noch bis elf Uhr rum, obwohl ich müde war. Schlafen hat die drei Nächte davor schon nicht gut geklappt. Mist. Über dn Abend merkte ich Stück für Stück, wie stark ich unter Strom gestanden hatte am Nachmittag. Alle viertelstunde habe ich merklich ein tieferes Spannungslevel gemerkt und dachte jedesmal “Oh, da war ja doch noch etwas Anspannung da”, und noch ein bisschen, und noch ein bisschen. Krasse Sache. Am Ende lag alles bereit, der Tee war vorgekocht, die rote Beete gegessen. Schlafen. Nicht lange. Um vier Uhr Tom wecken, der wirklich gleich wach war, los wollte. Die Stunde bis wir losgingen war voller emsiger Beschäftigung, anziehen. Doofe Kompressionsstrumpfhose. Aber die schnürte wenigstens nicht meinen Bauch ein, wie meine andere lange Unterhose. Und nur eine Tights? Zu kalt. Und schon stapften wir durch den Wald. Jan hat man seine Unlust nicht angmerkt. Es war voller Vorfreude, meinerseits. Auf dem Weg zum Kehr wurde klar, ich muss nochmal aufn Pott. Diesmal wirklich. Nach dem Anschreiben gleich in den Pferdestall, nur um eine entmutigend lange Schlange zu sehen. Mist. Aber, was ich unterwegs kann, geht natürlich auch, bevor ich losgelaufen bin. Sorry Pferdehof, der Boden war zu hart um irgendwas zu verscharren. Viele Glühwürmchen suchten nach einer Waldtoilette. Dann schnell rein ins Warme, Tom hatte Tanya gefunden, Jan war auch dort. Wir schnackten, assen ein Stück Haferschnitte, ich sagte prophylaktisch Tom schnmal tschüss, und dann gings nohmal an die Büsche. Der Mob verdichtete sich, Markus fing an zu reden. Leider zu leise für mich, der ich immer noch auf der Suche nach Corinna war. Wir hatten ausgemacht, die erste Hälfte zusammenzulaufen. Zum einen hatte sie eine irrationale Sorge den Weg nicht zu finden (trotz Track auf der Uhr) und zum anderen sollte ich verhindern, dass sie nach dreieinhalb Stunden in Barbis ist, und dann nicht mehr mag. Da kam sie, stellte fest, dass wir alle unsere Yaktrax anhatten, und warf sich auch schnell in die Spikes. Dabei ist Markus` Rede leider etwas untergegangen.

Tja, und dann gings los. Irgendwie weniger spektakulär als ich es gerne gehabt hätte. Passte aber zu meiner Herangehensweise an die diesjährige BC. Eben etwas zu sloppy. Gleich von den ersten Metern an merkte ich, wie schwer meine Beine waren. Hätte ich Donnerstag doch nicht laufen sollen, zu Hannes` Geburtstag? Oder mal tapern? Hatte ich nicht für nötig gehalten. Bin ja eh nicht so viel gelaufen, dann kann ich das ja schlecht noch reduzieren. Also schleppte ich mich voran, und hoffte darauf, dass meine Beine irgendwann merken, was sie tun sollen. Das hat diesmal aber wirklich lange gedauert. Durch den Stadtwald war es nervig zu laufen. Auch die Tatsache, dass es gar nicht soo glatt war, wie ich es in Erinnerung hatte, nervte. Schließlich hatte ich gestern abend noch erzählt, dass es eine Eisfläche ist. Nunja, einige Leute ohne Spikes hatten ganz schöne Mühe. Es war also doch gerechtfertigt, zu warnen. Dann kam die Abbruchkante, und ich konnte nicht anders als Laufen lassen. Wie vor zwei Jahren. Hier bremsen ist doof. Auch wenn es sich später rächen könnte. Als ich Jan M überholte, wurde mir klar, dass ich evtl etwas zu flott war. Ging aber nicht anders. Dann kurze Pinkelpause etwas später Spikes ab, und die große Frage: Wo war Corinna. Hm. Ich hatte sie nicht an mir vorbeirennen sehen, als ich die Yaktrax abmachte, aber war sie das überhaupt gewesen in dem großen Pulk an Ausziehern Anfang Mackenrode? Keine Ahnung. Ich ließ mir etwas Zeit, einige Leute vorbei, dann lief ich wieder schnell, falls sie vor mir war. Und auf halber Strecke nach Landolfshausen freundete ich mich mit dem Gedanken an, dass es whl nicht geklappt hatte mit dem Zusammenbleiben.

Aber am VP stand sie dann, also war sie doch vor mir gewesen. Hätte ich mir denken können. Ich beeilte mich, Tee, Riegel, Spacebar, und wir gingen gen Seulinger Warte. So ganz happy war sie auch nicht, also versprachen wir uns, etwas langsamer weiterzumachen. Das war ziemlich anstrengend, und ein Blick auf die Uhr runter Richtung Seeburger See machte klar, warum. 4:25 min/km. Auweh. Wer macht denn sowas? Bremsen ging nur halb, also kachelten wir weiter. Noch ne Pipipause (Ich hatte tatsächlich 1.5l Tee geschafft, zwischen vier und fünf) und Corinna zog endlich ihre Weste an. So war ich ne Zeitlang alleine, freute mich über Silke, die irgendwann hinter ihrem Fotoapparat hervorkam und Begleitung. Dann hatte Corinna mich wieder, und wir flogen gen Klärwerk. Es roch doch etwas… Allerdings nur im Anflug. Am VP war nichts zu merken. Essen, Trinken schnappen (hm, die Puffhirse- (?) Schoko- Teile waren nicht so meins. Woher waren die so sauer? Und steinhart…) Hallo Aschu! Huch? Und weiter. Wir waren flott in der Zeit. Schnitt von 5:50, ich machte meinen Job nicht gut. Aber ich hatte schon auch Bock ne gute Zeit bis Barbis rauszuholen. Und mit Corinna als Zugpferd war das gut möglich. Am Hellberg dann mehrfach Stau. Leider auch so knüppelhart gefrorener, von Wildschweinen vorher mühselig aufgerauhter Waldboden jenseits des Trails. Überholen wäre der Tod meiner Knöchel gewesen, und Corinna wäre nicht mitgekommen. (Hier fing das glaube ich schon an: “Hier ist es steil, das darf man gehen!”, Hmm, nicht meine Taktik, aber gut, machen wir.) Also wurden wir langsamer. “Ja, rauf zur Kapelle darf man nun wirklich gehen, das ist steil.” Und erreichten nach Punkt drei Stunden die Ruhmequelle. Voll im Plan. Auftanken, und weiter. Und dann begann das Eis. Es war nie wirklich tödlich viel (das sollte später kommen) aber gnug, dass wir uns konzentrieren mussten. Ich liebe es, durch sowas durchzupreschen, aber das wäre Unklug, und ich wäre meine Begleitung los. Am Eis habe ich ab und an gewartet, sobald es griffig wurde, fing ich an zu keuchen um an Corinna und Aschu dranzubleiben. Hinter dem Einsiedlerhof verloren wir Aschu an Jan M. Ich war zum einen besorgt, dass wir überpacen, so zwischen Jan und Aschu habe ich eigentlich nichts verloren, zum anderen zeichnete sich immer mehr ab, dass wir nicht in 4 Stunden in Barbis sein werden, mein Geheimziel. Das hat ganz schoen gestresst. An den vielen, nicht enden wollenden Huckeln vor Barbis habe ich dann ganz gut die Lust verloren, und ließ Corinna etwas vorziehen. Im Ort biss ich nochmal auf die Zähne und schloss wieder auf.

Der Stop in Barbis war eine Rundum-Erneuerung. Danke Silke! Für Support, gute Worte, Hilfe. Die gegrillte Tofuwurst war klasse. Und ich begann nach Cola zu schielen. Es wurde Zeit, Zucker zuzufüttern. Noch ein Stück Kuchen und dann ging es in die Freiheit. So fühlte es sich an. Bis Barbis hatte ich die Zeit im Blick, war gestresst, dass wir länger als die geplanten 4 Stunden gebraucht haben. Sogar 15 Minuten langsamer. Das fand ich nicht gut.  Es war aber den Umständen angemessen. Nun war alles egal. Zeit war egal, Tempo war egal. Ja, hier werden wir gehen. Bis hoch hinter die Autobahn. Essen, Schnacken. In der Erwartung, was uns noch bevorstand. Das war erstmal Eis. Und zwar richtig. Kein Vorbeikommen, Drüberlaufen oder ähnliches möglich. Zum Schlittern zu lang. Bei dem Versuch die Spikes anzuziehen rutschte Corinna einmal von den Beinen auf den Rücken, aber so rund, dass es wohl nicht wehtat. Sah elegant aus. Mit den Spikes und einem neuen Begleiter (Hubertus war mit seinen Icebugs an uns vorbei und von dannen gezogen) ging es über die Straße und rein in den Harz. Das Stück über die Wiesen war zum Abgewöhnen. Wirklich ekelhaft zu laufen. Hätte ich gewusst… Weiter rein, Yaktrax aus, später für Corinna wieder an, und wir waren an der Wasserscheide. Um uns herum kreiselte eine ganze Weile Marcin, mal schneller, mal langsamer, und im Steinaer Tal kam auch Hubertus wieder in Sicht. Er schnackte mit einem grünen Läufer, der später stehenblieb, den Rumpf drehte, dehnte, und nicht so zufrieden aussah. Beim Überholen habe ich ihn erst nicht erkannt. Ich glaube ich habe Michael noch nie vorher ohne Lächeln gesehen. Und so weit hinten in einem Rennen auch nicht. Er tat mir leid. Hier zeichnete sich jetzt unsere Teamtaktik ab. Ich mochte nicht mehr gehen, sondern nur noch langsam tippeln. Corinna konnte nicht so langsam laufen, und wollte viel mehr Gehen. Also Überholten wir uns regelmäßig, ab und an wechselten wir ein paar Worte. Es dauerte länger als mir lieb war, aber sehr froh war ich, als wir am Jagdkopf eintrudelten. Kurz danach kam auch Michael an, wieder besserer Dinge, und fragte den Startnummernabhaker “Haben wir noch Kontakt zur Spitze?” Der Mensch war etwas verdutzt, wusste nicht, ob es ein Scherz sein sollte, und meinte dann nur trocken “Also Flo ist vor zwei Stunden hier durch.” Ugh, das sass.

Der Beginn von Entsafter II war anstrengend, ständig brach ich ein, und wo es trug, war der Boden sehr uneben. Ausserdem zog Corinna wieder an. Es ging ja nicht mehr bergauf. Und ich hetzte hinterher. Dann die schicksalshafte Gabelung, mit etwas Wundern, dass unser Weg gar nicht gespurt war. Und wir steckten drin im ersten Beachvolleyballfeld. Das hat Kraft und Nerven gekostet. Wer denkt sich so ne Strecke aus? Mit Mühe und Not, und dem ein oder anderen Grunzer bzw Prinzessinnenausruf schlugen wir uns durch. Gut zu sehen, dass die Läufer vor uns genauso schlecht vorankamen. Als wir dann wieder festen Boden, also 70cm Schnee, aber immerhin präpariert, unter den Füßen hatten, haben meine Beine endlich kapiert, wofür ich sie mitgenommen hatte. Es flutschte, und Corinna kam an ihre Grenzen. Motiviert hat mich auch, dass die Truppe um Tim und Tanya in Sicht kam. Aber wirklich eingeholt hatte ich sie erst an der Lausebuche, und dann waren sie auch schon wieder los. Die Suppe dort war ein Gedicht. Genau das Richtige! Dazu viel Tee und Cola (wirklich viel), Brownies, und weiter sollte es gehen im Eilschritt. Hm. Wir wollten gerade die längere Variante in Betracht ziehen, da meinte eine Wanderfamilie: “Ja, die sind eben alle hier rüber.”, Was jetzt? Nochmal? Nee! Wir hätten gleich abdrehen sollen, aber irgendwie hoffte ich, dass das nochmal besser würde. Wurde es nicht. Erst, als wir endlich wieder Glatteis unter die Schuhe bekamen. Corinna legte Schneeketten an, und ich zuckelte schonmal vor. Langsam. Es dauerte diesmal wirklich lang, bis sie aufschloss, und es sah so aus, als reicht es ihr schon. Hier entschied ich, dass ich sie nicht alleine lassen wollte. Auch wenn ich sie ab und an hätte stehen lassen können. Nur dass ich bei jeglicher Bergab-Passage wieder hinter ihr herhechelte. Kurz vor Oderbrück kam dann die Ansage: “Ich glaube, den Rest gehe ich.” Ich schaute sie kurz an und sagte “Nein. Das wird gelaufen.” Und so haben wir uns Stück für Stück dem Gipfel entgegendiskutiert. Ab und an überholte uns noch jemand, aber auch ich merkte langsam wieder meine schweren Beine von heut früh. Oder waren das andere Beine? Keine Ahnung. Ab der Brockenstraße war dann keine Möhre mehr orange genug. Wir gingen. und kamen nach 9:42 gemeinsam ins Ziel. Die Zielcrew habe ich diesmal viel bewusster wahrgenommen als vor zewi Jahren. Super, was ihr da macht!

Ab zum Brockenstein, umarmen, knutschen, Photos. Noch ein paar Wanderer mit Stempel auf dem Bauch fotografiert, und rein ins warme.

Alles richtig gemacht!?

Einleitung
Meine Geschichte mit der BC ist schon etwas länger, obwohl ich dieses Jahr als Novize dabei sein durfte. Die Ausführliche Fassung ist in meiner Bewerbung zur BC14 zu lesen, die ich irgendwann auch mal hier her stellen werde. Die Kurzfassung? Ich fing mit Laufen an im Januar 2010, als mich die Speckröllchen anfingen in meiner Beweglichkeit einzuschränken. Der Anfang war mies, aber nach einem halben Jahr find die Sache an Spass zu machen, es tat auch nach 30 Minuten nichts weh, ich genoss das Alleinsein im dunklen Wald, die Bewegung, den Wind um die Nase. Und dass ich langsam wieder auf die Masse vor meinen kumulierten Solidaritätsschwangerschaftsbäuchen schrumpfte, war natürlich ein grosser Motivator. Mit dem Spiel, keinen Weg komplett zweimal zu laufen, habe ich nach und nach den ganzen Göttinger Wald erkundet, und natürlich wurden die Runden dabei auch nach und nach länger. Hannes überredete mich, beim Harz-Gebirgslauf den Halbmarathon mitzulaufen. Verückt, aber wir machten es und es war super. Aber eben nicht das richtige Ding. Ich wollte oben rüber, nahm mir für den Herbst 2013 den Brocken vor. Daraufhin hat mir Bernhard sehr gut zugeredet, dass ich für einen Marathon schon ordentlich strukturiert trainieren sollte. Da habe ich erstmals über ‘Training’ beim Laufen nachgedacht. Ja natürlich wusste ich aus meiner Schwimmerzeit ein bisschen was über Trainingslehre, habe ich mich aber da weitestgehend rausgehalten, da gabs ja nen Trainer für. Hier nicht. Ein relativ generischer 4h-Marathon-Plan hat mich dann über den Sommer gebracht, und vor allem, an die langen Trainingsläufe rangebracht. Bernhard meinte mal: Na, du hast ja auch noch nicht die wöchentlichen 2-3h Läufe in den Knochen. Hielt ich für einen Witz und ein Ding der Unmöglichkeit. Süss. Mit den langen Läufen kam die Frage nach Essen und Trinken unterwegs, und es fing an an mir zu nagen: Wie weit kann ich eigentlich laufen, bis es wirklich nicht mehr weitergeht? Ich wollte es ausprobieren, immer in eine Richtung, immer weiter, bis wirklich Schluss war. Und dann? Ich kann ja kaum Wechselsachen mitschleppen. Und mich mit meinem verschwitzten Zeug in nen Bus zu setzen, wollte ich auch nicht. Irgendwie habe ich mich in der Phase an ein typisches Gespräch mit meinem Mitbewohner Till erinnert, das muss so 2004 gewesen sein. Er erzählte von Leuten, die tatsächlich von Göttingen zum Brocken liefen. In seiner Variante war noch pro Zweiterteam ein Fahrrad dabei. Nach einer kurzen Recherche im Netz war für mich die Idee geboren: Da lauf ich mit. Es gibt regelmässig Essen und Trinken, und wenn ich an einem der VPs aussteige, können die mich sicher auch wieder mit nach Göttingen nehmen. Meine Vorstellung war, dass das so bei 50km der Fall sein wird. Dann habe ich den NDR-Film geschaut, und war angefixt. Da kann ich doch unmöglich zwischendrin aufhören. Das wird ja immer schöner zum Ende hin. Also ging das lesen los: Was ist das ‘Ultrarunning’? Nunja, ich bin ein Mensch, der erstmal die Bedienungsanleitung liest, bevor er den Stecker in die Steckdose steckt. So auch hier. Es gibt glücklicherweise einen immensen Schatz an Wissen im Netz, so dass ich mir die trainingsfreien Tage (die gabs in dem Marathon-Plan) gut vertreiben konnte. Dann kam der Tag, der Marathon übern Brocken. Und es ging dermassen gut, hatte viel Freude gemacht, und ich war nicht völlig zerstört. Wahnsinn! Da war klar, ich will 2014 die BC mitlaufen. Und wenn ich die letzten 30k wandere, egal! Also, Bewerbung geschrieben (genaugenommen habe ich meine sportlichen wie mentalen Hochs und Tiefs eines halben Jahres zusammengeschrieben, ich glaube nicht, dass Aschu das jemals von vorne bis hinten gelesen hat), und siehe da, ich wurd genommen! Au weiha. Ich hatte den Trainingsplan einfach weitergeführt, also das Rampenschema für die langen Läufe über den Marathon raus extrapoliert, und bin so Ende 2013 fast jedes Wochenende über 40k am Stück gelaufen. Ich fühlte mich sehr gut vorbereitet. (Von der Theorie und der Ausrüstung ganz zu schweigen, die war natürlich perfekt;-) ). Dann kam die Katastrophe. Die Geschichte steht woanders. Die Quintessenz ist, dass ich 10 Tage vor der BC ins Krankenhaus zu einer spontan-Op musste, Hodenkrebsverdacht. Ich war ausser mir. In einer spontanen Aktion habe ich die OP zwei Wochen nach hinten gelegt. Ein verdadderter Auszubildender auf der Station hat sich von mir breitschlagen lassen. So viel Gegenwind habe ich selten für meine nicht immer kluge Entscheidungen geerntet. Nachdem ich einen Tag von allen Seiten mürbe geklopft worden war, habe ich reumütig im Krankenhaus angerufen, und die Stationschefin drangehabt: “Herr Degering? Ah, na Sie hätte ich heute auch noch angerufen!” Hrm. Also war mein Traum geplatzt. Ich kam unters Messer, obwohl ich mir die Wahrscheinlichkeiten so zurecht gelegt hatte, dass das völlig übertrieben war. Nunja. Das Ergebnis hat dann aber doch das Vorgehen bestätigt. Es war Krebs, aber noch so früh, dass er ziemlich sicher nicht gestreut hat. Chemo höchstens zum Spass. Na, dann besser nicht! Die BC habe ich dann so gut es ging mitgenommen, beim Briefing geholfen, und mit Tom zum Start getigert. Aber ich war immer noch sehr sauer über das Schicksal. Zwei Wochen!

Mit der Bauchnarbe musste ich natürlich eine Zeit aussetzen, und wie das so ist, Frühling und so, habe ich mir beim Anfangen gleich einen Muskelfaserriss in der Wade zugezogen. Na super, nochmal 3 Wochen Auszeit. In der Phase habe ich dann von Maffetone-Training gelesen. Das klang nicht spassig, aber es schien einen Versuch wert zu sein. Vor allem würde das Rumschleichen dazu führen, dass ich nicht zu stark wieder loslege. Es macht wirklich keinen Spass. Mein Puls ist beim kleinsten Berg deutlich über den erlaubten 145, und ich tippel mich genervt durch den Sommerwald. Ich will rennen! Aber nein, ich wollte das durchziehen, mindestens sechs Wochen. Ein weiterer Denkanstoss kam von den Streakern, bzw. den Leuten auf der Ultra-Liste, die sich immer mal wieder zu einem Monat verabredeten, wo sie jeden Tag laufen. Und wo bleibt die Regeneration, frage ich? Aber nach den Maffetone-Einheiten hätte ich gleich weitermachen können. Muskelkater? Erschöpfung? Nee, nur eine ordentliche Gereiztheit, wenn mich mal wieder die Schnecken im Wald ausgelacht haben. Mit dem Muskelfaserriss fiel mein nächster Ultraversuch flach: Ich wäre gerne um den Elm gelaufen. Aber auch das blieb mir verwehrt. In einer Verzweiflungstat habe ich dann den 24 Stunden Lauf in Rüningen ins Auge gefasst. OK, wenn mein Ziel ist, 24 Stunden durchzuhalten, dann ist das langsame Tippeln vielleicht genau das richtige Training. Das hielt mich auch nach den sechs Wochen bei der Stange. Über die Zeit ist mein Tempo trotz niedrigem Puls etwas flotter geworden (die Schnecken staunen jetzt wieder) und nach Rüningen, was ein voller Erfolg war, aber das steht auch an anderer Stelle, habe ich das ‘immer’ unter Puls 145 etwas aufgeweicht, und laufe mehr nach Gefühl. Was aber geblieben ist, ist eine hervorragende Sensibilität für die Schwelle, ab wann ich ins anaerobe wechsele. Hätt ich nicht gedacht.

Dann kam die nächste Ausgabe des Brocken-Marathons. Ich hatte Grosses vor. Schliesslich hatten mir veschiedene Race-time-predictors einen Marathon von 3:30 prophezeit. Im Flachen natürlich, aber meine 3:50 von 2013 sollte locker zu knacken sein. Pustekuchen. Völlige Selbstüberschätzung und meine hohen Erwartungen haben mir das Rennen völlig versaut. Die ersten 8k waren viel zu schnell, bis oben hatte ich dann den Split von 2013, und danach ging das Sterben los. An Ende 4:02. Au weh! Das hat mich ziemlich geschockt. Einen Teil davon schob ich aufs Training. Es fehlten die ganzen Tempo- und Intervalleinheiten des letzten Jahres. Aber der Grossteil war schon meine eigene Doofheit. Mist.

Glücklicherweise hatte ich genügend Zeit bis zum Februar, um mich selber ordentlich zu bearbeiten, jegliche Erwartungen an eine Zielzeit für die BC fallenzulassen, und mir fest vorzunehmen, so lange es möglich ist, Spass zu haben. Zum Anfang Dezember lief die Hengstbergchallenge aus, so dass ich da meine Läufe ein gutes Stück länger machte, als üblich, immer mal wieder ein Kreuzchen abholen. Dabei habe ich dann auch recht lange eine schmerzende Stelle am rechten Wadenbein, direkt überm Knöchel, ignoriert. Beim Laufen ging es, aber die Stelle war extrem berührungsempfindlich, und ich hatte Angst vor einem Ermüdungsbruch. Durch ne blöde Schonhaltung habe ich mir dann auch noch den Zorn meiner Sehnen auf dem Spann auf mich gezogen. Nicht jetzt, nicht schon wieder! Nach der HBC habe ich dann erst versucht dem Trainingsumfang zu reduzieren, und als das nicht half, eine ganze Woche auszusetzen. Manno! Danach gewohnt, langsam wieder loslegen, bloss nicht zu dolle. Der Knöchel war nur bedingt besser, aber es wurde auch nicht schlechter. Und gegen Weihnachten dann die ersten Läufe, wo ich ihn vergessen konnte. Später, im Januar dann war die Sache irgendwie vorbei, Ich hatte Ruhe da unten. Uffa! Anfang des Jahres kam ich dann noch auf die Idee, einen weiteren Faktor anzugehen, dem ich meine miese Zeit beim Brocken-Marathon zuschreibe: 2014 war ich 2-3kg schwerer als 2013. Also, wenig Essen, weiterlaufen, weiter laufen. Das ging gut, die Bioprenschicht schmolz, und die km addierten sich. Als ich absehen konnte, dass ich ungefähr 10k im Schnitt pro Tag schaffte, war die Idee geboren, den Januar mal als meinen ersten 200 Meilen Monat anzupeilen. Eine weitere magische Grösse, die ich auf der Ultra-Liste aufgeschnappt habe. Das war zwischendurch nicht einfach, zumal das Neujahrsturnier dazwischen lag und mich drei Tage rausgehauen hat. Aber ich habe es wieder aufgeholt, und dabei mein Hengstberg-Konto für 2015 gefüllt;-) Das fühlte sich wirklich nach einem ordntlichen Sprung an. Ein halbes Jahr eher war 90 Minuten die Grenze wo ich Essen und Trinken brauchte, und ein ziemliches Energieloch durchlaufen musste. Jetzt, Ende Januar? 2:10 ohne Gepäck, glücklich durch die Gegend gelaufen, und noch nicht mal den sonst so übermannenden Durst, wenn ich wieder zu Hause war. Faszinierend!

Hauptteil
Ja, dann begann die Ernstphase. Vorbereitung für die BC. Erste Frage: Wie tapern? Meine Antwort: Mal schauen. Erstmal weitermachen. In der Woche davor habe ich dann bewusst auf den Hengstberg verzichtet, und bin so auf die 20-40% Reduktion des Umfangs gekommen. Ausserdem habe ich mir Mühe gegeben, jede Nacht ne Stunde mehr zu schlafen als üblich. Hat nicht immer geklappt, aber es war schon mehr Schlaf als ich mir normalerweise gestatte. Zweiter Punkt: Don’t be stupid. Ich bin nur noch mit Lampe gelaufen, um nicht noch blöd irgendwo umzuknicken. Das hat geklappt, aber ich konnte mich nicht erwehren mit den Kindern fangen zu spielen, was gleich mal wieder meinen Knöchel auf den Plan gebracht hat. Glücklicherweise aber nur als kurze Erinnerung. Das wär beinahe schiefgegangen. Dritter Punkt: Ausrüstung: Mann, was habe ich in der Woche vor der BC meine f5-Taste maltraitiert. Die Wettervorhersage schwankte stündlich, und damit auch meine Ausrüstungsliste. Das hat mir einige Nerven gekostet.

Ulkigerweise hat sich am Donnerstag dann eine enorme Ruhe bei mir breit gemacht. Vorher war ich auf dem Weg zum Nervenwrack, aber irgendwann switchte der Schalte um, und ich konnte fröhlich auf die BC schauen, ohne in Panik zu verfallen. Wo auch immer das herkam.

Am Ende der Woche war die Wetterprognose so positiv, dass ich in einen Haufen Sachen zu Hause lassen konnte. Das habe ich auch hinbekommen. Das BC-Wochenende war sonst perfekt geplant, die Kinder bei meinen Eltern untergebracht. Leider kam dann doch der Downer, dass Micha krank war, und daher der SpineRace-Vortrag ausfallen musste. Schade, auf den abend im Reinshof hatte ich mich schon sehr gefreut, der war letztes Jahr einmalig gut. Aber ohne Vortrag war meine Motivation dahin, und ich musste mir selber ein Pre-Race Meal machen.

Das Briefing war klasse, die Stimmung enorm, ich habe mit vielen Leuten gequatscht, einige Gesichter zu fb-Accounts kennengelernt. Mein Job am Getränkeverkauf war ziemlich easy, da dort ein gewissenhafter Schüler des HG stand, und ich in Ruhe meine Startunterlagen abholen und den Kleiderbeutel abgeben konnte. Im Hörsaal war eine sehr gemütliche Athmosphäre. Die habe ich in vollen Zügen genossen. Markus Rede zur Freude hat mich noch einmal ordentlich bestärkt in meinem Entschluss, Samstag nichts zu forcieren, sondern mir viel Zeit zum Essen und Trinken zu lassen, zum Schauen, und in-mich-hineinfühlen.

Abends zu Hause war ich unheimlich müde. Schnell noch Carboloading a la Aschu: Hirse, Gemüse (weisse Bohnen in Tomatensauce, Möhrchen und ganz wichtig: Rote Beete), Olivenöl und viel Knofi. Lecker, aber schon ein Block im Magen, Ohje. Tee vorkochen, dass der morgens nicht so heiss ist. Schnell noch die Sachen für den Lauf zurechtgelegt. Da fehlte noch ne Pinzette im Notfallset, das warme Unterhemd wieder raus aus dem Rucksack, Oh, Ausweis wollte ich ja noch mitnehmen, falls sie mich irgendwo im Graben finden. Dann um 22:00 falle ich ins Bett und schlafe wie ein Baby.

Am nächsten Morgen gibts dann den Tee, ein Cashewriegel, Banane, Apfel und noch eine rote Beete mit Salz. Ausgewogenes Frühstück, viel Kraft für den Tag. Nee, im Ernst, das ist leicht genug, und die Kohlehydratspeicher sollten eh voll sein. Nur das mit dem Klo sollte nicht so hinhauen, wie ich gehofft hatte. Der Klumpen von gestern abend soll doch noch raus. Dann halt irgendwann im Wald. Geht ja auch. Jetzt rein in die Klamotten. Wo war noch gleich das schwarze Langarmunterhemd? Argh! Ah, doch da. Kurz vorm losgehen höre ich es oben rumpeln, und Ilka steht auf. Da sie eh wach ist, will sie mich zum Start begleiten. Cool! Zu zweit stapfen wir dann also um kurz nach fünf die zwei km von Herberhausen zum Kehr. Leider bin ich nicht schnell genug im Kopf, dass ich Ilka ja diverse warme Jacken wieder mit runter geben kann. So friere ich ordentlich auf dem Weg nach oben. Schneller Schritt und das wird besser, nur Ilka fängt an zu schnaufen. Upsa.

Im alten Tanzsaal dann eine schöne Überraschung: Es ist mollig warm, es gibt dieses Jahr sogar Heizpilze drinnen. Wow. Nachdem alle bekannten Gesichter begrüsst sind, kämpfe ich mich zum Buffet durch, finde erstmal nichts, probiere dann den veganen Käsekuchen und bin baff. Krass, der ist wirklich so lecker, wie von einigen Leuten auf fb geschrieben. Hmmm! Dazu etwas Tee, den Ilka organisiert hatte. Gerade als ich mich entspanne, leert sich der Tanzsaal schon, Ohje, schnell nochmal an den Busch, dann Ilka wiederfinden, hatte sie ziemlich stehen gelassen. Und dann voller Vorfreude zum Start. O nein, Markus redet schon. Uffa, nur über Falschparker. Dann noch Verabschieden, etwas weiter vor zur Schranke, und schon gings los. Ich war unterwegs auf der BC. Ich. Wow.

Meinem grossen Vorsatz, nicht zu schnell anzugehen, kam ich mittelmässig nach. Anfangs sehr locker, aber so ganz wollte ich nicht hinter dem Pulk hier bleiben, ausserdem wussten die nicht so ganz, wo man hier am wenigsten rutscht. OK, vielleicht sind sie auch nicht dreimal die letzte Woche hier langgelaufen. Etwas weiter vorne sah ich Ines und Lara. Da kann ich mich ja erstmal dranhängen. Als es nach dem Kerstlingeröder Feld aber schwieriger mit dem Weg wurde, habe ich nur noch auf meine vorderfrau geachtet, die ziemlich gut die sichersten Tritte fand. Einfach hinterher. Mir wurde warm, ich zog im Laufen die Jacke aus und bändselte sie an die Weste, mehr schlecht als recht. aber ich wollte keinen Reissverschluss hier im Dunklen aufmachen, da fällt ja mehr raus, als ich reinschiebe. Das muss bis Landolfshausen warten. Oben kurz vor der Abbruchkante zog dann der Hengstberg. Hausstrecken gehen einfach nicht langsam. Also habe ich meine Kleingruppe zurückgelassen, auf dem Weg bergab Lara und noch ein paar Leute überholt, und nach kurzer Zeit zu Ines aufgeschlossen. Der Blick von oberhalb Mackenrodes war traumhaft. Das ganze Land erwacht. Klare Luft, ein dunkelorangener bis violetter Schimmer über dem Horizont. Und ganz deutlich in unendlicher Ferne: Unser Ziel, der Brocken. Vor solchem Ausblick hatte ich Angst gehabt, dass es mich kleinmacht, den Weg als unmöglich lang erscheinen lässt. Aber ich war nur ergriffen. So schön. Und ja, da wollte ich hin. Aber das war jetzt egal, hier war es schön. Hier wollte ich gerade sein, und alles dazwischen wollte ich auch erleben. Der Brocken würde schon noch früh genug kommen.

Wir schnackten eine geraume Weile, bis ich merkte, dass Ines’ Tempo einen Tick zu schnell war. Da war sie, die magische Schwelle. Wenn du das länger machen willst, mach nen Schritt langsamer. Gesagt, getan, ich liess Ines ziehen, kurz vor Landolfshausen dann noch eine Pinkelpause und ab zum VP. Schnell die Jacke in die Weste, etwas Haferschnitte in den Mund, Tee in die Falttasse, und einen Riegel eingesteckt. Schoko. Uah! Das war ja Früchtetee! Sowas macht mir ohne Belastung schon Sodbrennen. Hab ich leider erst realisiert, als die Tasse schon leer war. Ohje, nicht weiter drüber nachdenken. Den Anstieg habe ich gehenderweise noch ein Stück Haferschnitte verdrückt und mit Wasser aus dem Schlauch runtergespült. Das Gehen wurde mir zu langsam, hinter dem Wald wurde es verdächtig hell und ich bekam Sorge, den Sonnenaufgang zu verpassen. Ey, der war gebucht. Also flott durch den Wald um an der Warte Frank und Co zu treffen. Super Motivatoren! Der Himmel war himmlisch. Extra für uns gab es ein zerfasertes Wolkenband, wo wir das gesamte Farbspiel des Sonnenaufgangs geboten bekamen. Wahnsinnig schön. Auch wenn der Rest der BC eklig werden sollte, egal, alleine hierfür hatte es sich gelohnt. Über dem Seeburger See hingen dann gelbe Nebelschleier, die wie angeleuchtete Seidentücher aussahen. Wahnsinn. Immer wieder Ausblick auf den Brocken. Lustigerweise bin ich geraume Zeit ein- zweihundert Meter hinter Ines hergelaufen. Keine Chance innerhalb meiner Möglichkeiten an sie ranzukommen, aber zurückgefallen bin ich auch nicht. Ulkig. Am Parkplatz des Seeburger Sees habe ich dann kurz auf die Zähne gebissen, und sie eingeholt. Bis zum Hellberg sind wir dann gemeinsam gelaufen, hinter Rüdeshausen gesellte sich noch Mike dazu. Das Unterhalten wurde knapper, aber die Gemeinsamkeit blieb. Echt schön!

Beim Vp in Rollshausen war ich klüger und fragte nach der Art des Tees. Uffa, hier gabs Kräutertee. Normalerweise rühre ich den nicht an, trinke nur Grüntee, aber ich will nicht pienzig werden. Und im Vergleich zum Früchtetee, ist Kräutertee perfekt. Dann noch was keksiges und weiter. Die Bundesstrasse habe ich als erster unserer Dreiergruppe passiert, in meiner Art: Das abbiegende Auto steht doch praktisch, da kann er mich auch noch durchlassen. Dann ging es den Hellberg hoch, und ich wunderte mich, warum da vorne schon Leute gingen. War doch überhaupt nicht steil. Im Wald wurde der Weg immer mehr nach meinem Geschmack. Äste lagen quer, Laub überall, mal Trampelpfad, mal Fahrspuren. Interessant und abwechlsungsreich. Die Matsch-Downhillpassage habe ich dann so gut wie komplett gemieden und bin, hengstberglike, Schuss durchs Unterholz den Berg runter. Klasse. Das mag ich! Dabei bin ich an einigen Leute vorbei, die sich durch die Unimogverwüstung quälten, oder sich etwas schwertaten sich den Abhang runterzustürzen. Unten fand ich mich dann neben Hanno wieder, der seine fünfte BC bestritt und wir tauschten Geschichten aus. Er ging den Weg zur Kapelle hoch, und obwohl es mich nicht zum Gehen drängte, vertraute ich auf seine Erfahrung, und wollte auch seine Gesellschaft nicht so schnell aufgeben. Also gemütlich. Auf dem Weg nach Rüdeshausen merkte ich dann, dass er (und sein mittlerweile aufgelossener Kumpan Reinhard) in der Ebene auf Asphalt wieder den Tick schneller waren, als ich bereit war zu laufen. Also blieb ich mit Ulrike zurück, die wir kurz vorher eingesammelt hatten. Wieder ein schöne Unterhaltung. Klasse so ein ‘Rennen’. Mehr ein soziales Event. Und hupsa, 30km haben wir dabei auch schon zurückgelegt. War kaum was davon zu merken. OK, die Beine waren nicht mehr ganz locker, aber das wars auch schon.

An der Ruhmequelle gabs dann nur Früchtetee, ich versuchte Apfelsaft, etwas Haferschnitte, oder wars Käsekuchen? Dann noch einen Riegel… Guarana? Das war doch dieses Aufputschzeug. Habs noch nie probiert, wird aber schon nicht so schlimm sein. Riegel einstecken, nochmal Becher füllen und weitergehen. Irgendwie hatte ich hier keine Ruhe. Als der Becher leer war, bin ich wieder gelaufen, war ja nicht steil, und habe schnell Hanno und Reinhard eingeholt, bald sogar überholt. Meine Stärke scheint bergauf zu liegen. Hatte ich schon geahnt, aber hier habe ich es deutlich gemerkt. Cool. Kurz darauf habe ich noch Ulrike wieder eingeholt, aber sie wollte langsamer machen als ich. Ausserdem schoss Sanna an uns vorbei und ich dachte, ich bleibe mal dran. Hat ja in Rüningen auch gut geklappt mit unserem Tempo. Aber Sanna hatte Zug, ich bin nicht mitgekommen, und dann wieder in konstantem Abstand zu ihr bis Barbis. Kein Rankommen, aber weiter abgeschlagen wurde ich auch nicht. Schon komisch. Bei dem Auf und Ab vor Barbis sind wir dann auch noch an ein paar Leuten vorbei, die gemütlich quatschten und spazierten. Langsam merkte ich was von den km. Es war schwer, nach Barbis reinzurollen. Bergablaufen stand nicht mehr hoch im Kurs bei mir. Die Strecke bin ich blind hinter Sanna her, sie musste den Weg ja wissen, bis sie mir kurz vor dem Abzweig zur Dreymannsmühle aus einer Seitenstrasse mit einem lauten ‘Scheisse!’ entgegen kam, falsche Abkürzung, und ich war vorne :-

In Barbis hatte ich erstmals Ruhe an einem VP. Das war schön. Brühe! Himmel! Käsekuchen, klasse! Guarana Cola? Egal, Zucker! Dann nochmal die Trinkblase gefüllt, so gut es eben ging, ohne die Klamotten aus der Weste zu nehmen. Ein Blick in meinen linken Schuh, der Socken sass normal, dann muss mein kleiner Zeh eben damit leben, dass sich ne Blase entwickelt. Oder schon da war, egal, es war aushaltbar. Als Hanno neben mir auf der Bank seinen Rucksack aufsetzte mit den Worten ‘Jetzt kaufen wir uns ein paar Rookies’ hatte ich einen Anflug von Kampfgeist und mit einem ‘Aber mich kriegt ihr nicht’ gings los. Ich sollte recht behalten, wir sahen uns noch die nächsten zwei VPs, aber überholt haben sie mich nicht 🙂

Im Anstieg zur Bundesstrasse kam ich mal wieder an Ulrike vorbei, die irgendwie viel schneller mit dem Essen war als ich. Dann auf dem freien Stück bis zum Harzwaldrand überholte ich (u.a.) Christoph und Stulle, die eigentlich viel erfahrener und professioneller aussahen, als ich mich selber einschätze. Die tänzelten so über das langsam dichter und unebener werdende Eis. Achso. Das hatte ich zu Hause ja die letzten Wochen auch zur Genüge geübt. Also, hops hops, dran vorbei. Ne zeitlang hörte ich noch ein Schnaufen hinter mir, aber als ich mich im Wald dann mal umdrehte, war weit und breit niemand zu sehen. Der Schnee wurde dichter, und zum Teil auch rutschig. Soll ich die Yaktrax rausholen? Nö, ist doch immer ne Stelle griffig. Also froh voran. Dies soll der Entsafter sein? Achnee, das Steinaer Tal kommt ja erst noch.

An einer Abzweigung traf ich Conny, die die Schneeketten aufzog. Au weiha. Soll ich nicht auch? Erstmal weiter. Ich werde mich dann nachher ärgern, wenn sie an mir vorbeizieht. Aber Anhalten hatte gerade null Reiz. Nach vielen vielen Kurven am Hang kam endlich die Wasserscheide. Was ein erhabenes Gefühl. Ausserdem lag der Weg ins Tal in der Sonne, der Untergrund war schön, mir gings gut. Schnell einen Bissen vom Guarana-Riegel, etwas Wasser hinterher. Und auf in den Kampf. Aber der kam nicht. Na, wird schon irgendwann anziehen. Tat es nicht. Komisch. In meinem beharrlichen aber langsamen Tempo tippelte ich mich also das Steinaer Tal hoch. Vor mir konnte ich auf längeren Geraden andere Läufer ausmachen, aber der Abstand hielt. Kurze Bestandsaufnahme, es tat nichts wirklich weh, es war nichts wirklich entkräftet, und auf der Uhr standen schon 50km. Was? Normalerweise habe ich bei Trainingsläufen über 35km immer extreme Hänger zum Ende hin. Kein bisschen davon in Sicht. Stattdessen ein enorme Ruhe, ein Fuss vor den anderen, immer weiter, nicht aufhören. Warum auch? Als die Hänge flacher wurden, und das Tal die Linkskurve einläutete, die den baldigen VP am Jagdkopf ankündigte, habe ich doch noch einen der beiden Menschen vor mir überholt. Dem gings gerade nicht so gut. Nach dem VP ist er aber wieder von dannen geprescht. Die Crew vom Jagdkopf war klasse (wie auch die Crews davor, aber da war ich noch nicht offen genug dafür), hier wollte ich mich aufhalten. Gemütlich, umsorgt. Brühe! Mit extra-Salz. Ja! salzige Kekse? Tolle Idee, aber zu trocken für mich. Hätte sie stippen sollen, aber darauf kam ich nicht. also noch einen Riegel einstecken, tschüss sagen, und mal schauen was Entsafter II bringt.

Ich war geschockt. Auf sowas sollen wir jetzt laufen? Wie viele km noch? Das wird nichts. Der sulzige Schnee gab nach, rutschte hin und her. Ich bekam keinen Abdruck hin, und bin ein ums andere mal über mein eigenes Bein gestolpert. Irgendwann kam ich aber auch hier in meinen Trott. Nur noch etwas langsamer als vorher, aber das Rezept war ja klar: linker Fuss vor, rechter Fuss vor. Nach längerem Gerutsche (und einem umgestürtzen Baum unter dem wir und auch die Langläufer durchmussten, schick, ne Abwechslung!) dann der Blick auf die Odertalsperre. Zum ersten Mal bin ich ergriffen stehen geblieben. So schön. Welche Freude hier sein zu können. Mit dem ganzen Weg hierher im Gepäck. Traumhaft!

Weiter ging es, auf und ab, hin und her, immer weiter. Ich trabte voran, und war über jedes BC-Schild sehr froh, war ich doch komplett alleine. Manchmal tauchte Enrico am Horizont auf, nur um später wieder zu verschwinden. Nach Barbis wusste ich, dass das nicht heissen muss dass ich richtig bin 😉 Ab und an schaute ich auf meine Uhr, in der Hoffnung, dass die bald mal auf 65km springt, 2km lag sie schon daneben als ich in Barbis war. Tat sie nicht so schnell. Die Wanderbeschilderung machte mir aber Mut. Belastbare km-Angaben, und sie wurden kleiner. Kurz vor der Lausebuche ging die Loipe zur Seite weg, und es ging einen Trampelpfad im ehemaligen Tiefschnee zum Parkplatz. Leider war der Schnee aber komplett hartgefroren, tiefste und unmöglich verteilte Fusstapfen machten Laufen oder Gehen komplett zum Höllenritt. Ich sah mich schon mit gebrochenem Knöchel im Saniwagen. Nicht hier, nicht jetzt. Mach vorsichtig. Auf die fünf Minuten kommts nicht an. Nach einer gefühlten Ewigkeit und mehr Schwitzen als im kompletten Entsafter war ich dann endlich an der Schranke. Begrüsst von Moni mit den Worten ‘Ach du bist dieser Hecke’. Hihi, sowas baut mich auf. Ab zum Trinken. Mittlerweile war ich geübt: Erst zwei Becher Cola mit Tee, dann Brühe mit extra-Salz, in der Zeit nach Essen umschauen. Brownies! Schade, die vegane Variante schmeckt mir doch nicht so gut wie das Original, aber wer weiss, was Eier und Butter mit meinem Magen gemacht hätten. Dann nochmal ColaTee, einmal den Morton-Stretch (hätte ich schon eher machen sollen) und weiter hin zu den zwei Varianten nach Königskrug.

Wie nach jedem VP bin ich die ersten Meter gegangen, und hier hatte ich zum ersten Mal das Rüningen-Feeling beim Lostraben. Es fiel mir nicht leicht, und es tat ordentlich weh. Ging aber (wie gewohnt) nach wenigen Schritten vorüber. Als ich die Abkürzung sah, musste ich lachen. Durch den Tiefschnee? Nein Danke! Vor allem war auf dem längeren Weg teilweise der Schnee weg. Endlich wieder Griff mit den Füssen. Jippiee! Hier begann dann auch wieder ein Streckenabschnitt, den ich gut im Kopf hatte (von der Karte, habe lange versucht den Weg auswendig zu lernen) um Braunlage herum, und dann geradewegs an der Bundesstrasse lang. Hm, das war eigentlich schnurgerade. Nunja, das schnurgerade Stück kam später, was mich etwas enttäuschte, aber der Weg nach Königskrug war so kurz, dass das nicht gross ins Gewicht fiel. Hier hatte ich die gesamte Zeit Andre vor mir, der eine miese Phase hatte. Wenn er lief, war er deutlich schneller als ich. Aber er lief kaum. Musste sehr viel gehen. Er tat mir schon leid, obwohl ich ihn auch gut als Motivation gebrauchen konnte. Immer hinterher, er in Intervallen, ich kontinuierlich langsam.

Kurz vor Königskrug wurde ich wieder von zwei Supportern freudig und begeistert begrüsst. Klasse! Aber sagt mal, standet ihr nicht bislang vor jedem VP? Ausser dem Jagdkopf, natürlich. Krass. Das ist echter Einsatz. Und dann feuert ihr nicht nur euren Läufer an, sondern auch Wildfremde wie mich? Ich bin ziemlich beeindruckt, und merke, wie viel Kraft mir das bringt. Danke! Danach der Schock in Königskrug: Menschen. Ieks. Das hatte ich jetzt ja ne Weile so gut wie gar nicht. Der Fussweg bei den Windbeuteln war für mich erst nicht zu erkennen, danach entschied ich, dass er eh zu verstopft zum Laufen war, und habe die Gesellschaft der Autos vorgezogen. Aber Hallo! Muss man denn mit 70 Sachen an einem Läufer vorbei? Mit einem halben Meter Abstand? Hier wo eh ne Mitteninsel ist, und augenscheinlich jede Menge Fussvolk unterwegs ist? Ich bin kurz davor noch weiter auf die Fahrbahn zu laufen, um die Autos zum Bremsen zu bewegen. Aber ein bisschen Restverstand halt mich am Rand. Vielleicht auch die grimmigen Blicke der Fahrer, in deren Revier ich hier unerlaubterweise eingedrungen bin. Endlich ne Lücke im Verkehr, drüben mehr Luft zwischen den Leuten mit dem ganzen Skizeugs über den Schultern, und eine nette Person, die mir zu erkennen gibt, dass der VP hier gleich um die Ecke ist. Ich glaubs erst, als ich ihn wirklich sehen kann. Bin doch schon einigermassen verwirrt. Hier wird mir erstmals klar, dass der Lauf auch an meiner Psyche kratzt. Aber Brühe, ColaTee und vor allem Marens übersprudelnde Begeisterung bringen mich wieder etwas auf den Boden der Realtität. Andre, den ich vermeintlich gescheucht habe, ist auch hier, und wird sehr bemitleidet. Das scheint nicht normal zu sein, wie es ihm geht. Aber auch er tankt hier ordentlich auf, und lässt mich stehen. Noch schnell was zu essen, Maren wird gerade eh von einem interessierten Rentner okkupiert, nochmal den Becher voll und rein ins Getümmel.

Nachdem ich mir etwas Luft zu den ganzen gemeingefährlichen Langlaufskiern auf Schultern geschaffen hatte, stellte ich fest, dass meine Langlauffertigkeiten doch nicht so unterste Schublade sind, wie ich immer gedacht habe. Meine Güte, hier ist ne recht ordentliche Loipe, lasst Laufen Leute! Stattdessen machen viele entweder einen Schneepflug der mich über die rechte Spur hüpfen lässt, oder schnallen gleich ab und stakseln nach unten, die Skier immer schön quer übern Weg auf Kopfhöhe. Jetzt keinen Unfall! Der richtige Weg ist schnell gefunden. Danke Aschu, der Tip war gut! Jetzt beginnt ein längeres Hoffen auf den langgezogenen Rechtsbogen, von wo aus es dann wieder runtergeht. Das hat gedauert. Lange. Es waren doch nur 4km zwischen den VPs, oder? Dann endlich, der Abzweig, mit Schild, ich war richtig. Uff. Ohne Nachzudenken warf ich mich die Loipe hinunter, halt, war da nicht gerade ein Weg abgegangen? Achja, das ist der Weg mit den Bäumen quer, wieder ein neuralgischer Punkt der im Briefing gut behandelt wurde. Dann kam auch schon der Rechtsknick der Loipe, und ich flog, äh, eierte Richtung Oderbrück. Hier war leider die Mitte zwischen den Wegen schon ziemlich von Fusskratern übersäht. Sicher die vielen Langläufer, die hier nicht runterfahren wollten. Laufen erforderte ziemliche Konzentration. Ausserdem waren viele Langläufer unterwegs, von unten mit breitestem Stockeinsatz, Leute, die Dinger sind nicht dafür da, dass ihr nicht seitlich umfallt, sondern die geben euch Vortrieb! Nunja, wenn man sie neben den Ski steckt. Die Skifahrer von oben waren aber gefährlicher. Irgendwann würde mich mal einer in voller Gleitfahrt umholzen. Bislang aber, man ist ja vorsichtig, war ich schneller als die. Also, immer ein Auge auf die Stöcke von links, zwei auf die Löcher vor mir, und eins über die Schulter, wann da mal jemand tatsächlich laufen lässt. Das unvermeidliche kam, gerade als ein Skifahrer vorbeiwollte, trete ich in ein Loch, und mache einen kräftigen Schritt auf seine Spur. Glücklicherweise scheine ich hier einen der wenigen Fähigen erwischt zu haben, hinter mir kratzt ein Schneepflug, jemand schreit ‘Achtung’, ich werfe mich wieder den Stöcken entgegen und er saust haarscharf an mir vorbei. Die Skier wieder beide in der Loipe und nicht als Sichel dort wo ich stand. Welch Schreck. Ich murmel noch ein ‘Oh, entschuldigung’, da ist er vorbei. Jetzt sind es nur noch 500m, ich sehe den VP, hin da!

Hier ist es wieder so urgemütlich. Sonne, sehr relaxte, aber dennoch eifrige Helfer am Stand, BrühCola, äh nee, Brühe, TeeCola. toller selbstgebackener Kuchen, aber so richtig traue ich mich nicht. Als ich ankam durfte ich noch miterleben wie Silvio seine Pause beendet und sich schleunigst auf die Socken macht. Wie jetzt? Das ist er wirklich? Ich habe sein ASFM-Leibchen schon an einigen VPs (erstmals Lausebuche) verschwinden sehen, wenn ich ankam, war mir aber nie sicher. Aber so schnell bin ich doch nicht. Das muss wer anders sein. Nein, hier steht er vor mir, wünscht mir Glück und eilt dem Brocken entgegen. Hm, gehts ihm auch nicht gut? Andre ist kurz vor mir hier, macht aber schon wieder einen besseren Eindruck. Noch was essen, Becher voll, na das ist ja jetzt bekannt. Aufi! Etwas Angst habe ich schon davor, dass jetzt der Weg nach oben fast doppelt so lang ist, wie der Abstand von Königskrug nach Oderbrück. Habe ich noch genug Wasser dabei? Egal, so schnell vertrockne ich nicht.

Hier scheinen die Langläufer wieder etwas erfahrener zu sein, oder ich nicht mehr ganz so taumelnd. Es geht stetig weiter, wirklich nochmal etwas runter? Ohje! Aber dafür ist der Untergrund ziemlich klasse. Etwas uneben, aber fest. Dann kommt der dreieckige Pfahl und ich gehe den steilen Anstieg, stelle fest, dass das hier jetzt wohl die Rampe sein muss, und mache keine Laufversuche. Locker hochgehen, Scherze mit den Schlittenfahrern machen, Sonne auf dem Hintern geniessen. Auf die Brockenbahn freuen. Oben trabe ich los, nicht zuletzt weil ich mich sehr beobachtet fühlte, bleibe aber nach 20m wieder völlig gebannt stehen. Ein wahnsinns-Ausblick über den Harz. Soooo schön! Traumhaft! Nach kurzer Zeit zieht es mich dann doch weiter. Der Schnee wird wieder sulziger, die Leute teilweise störender, zum Teil aber auch motivierend. Als die Bahn kommt, nehme ich mir vor, stehen zu bleiben und sie vorbeiziehen zu lassen, vergesse es dann aber doch, als sie da ist, und laufe in meinem langsamen Tempo weiter. Weiter und weiter. Jetzt muss die Brockenstrasse aber bald mal kommen. Und noch weiter. Zwischendurch ein ulkiger Anblick: Eine Horde junger Erwachsener, viel zu cool für diese Welt, aber jeder hat einen Poporutscher in der Hand. Schön, dass sie sich das trauen! Und noch weiter. Und dann kommt endlich die Brockenstrasse. Jippie! freier Asphalt, unendlicher Grip. Nur leider steil wie nichts gutes, ich gehe bis um die Kurve, und laufe dann langsam wieder an. Die Kuppe ist flach, und zieht sich. Oh ja. Das tut sie. Aber stetig schiebe ich mich hoch. Der Gedanke, der mich schon seit der Lausebuche begleitet wird immer stärker: ‘Das geht hier viel zu schnell vorbei!’ Ich würde den Moment gerne festhalten, das Erleben verlängern, aber stehenbleiben? Das geht jetzt nicht mehr, ging vorhin auch schon nicht. Es ist wie es ist, der Weg wird irgendwann zu Ende sein, und ich werde ankommen. Dann wurde ich aus meinen Gedanken gerissen, da vorne gingen ja drei Läufer, Silvio erkannte ich, und nachdem ich langsam aufgeschlossen hatte, erkannte ich auch Frank, den ich in Rüningen kennengelernt hatte (und natürlich aus dem Film kannte). Jens kannte ich noch nicht, aber allesamt machten die drei auf mich den Eindruck, dass ich in der falschen Liga gelandet war. Wieso war ich so flott hier oben? Nachdem ich mich vergewissert hatte, dass die drei nicht auf den letzten Metern in einen wilden Sprint ausbrechen werden (O-Ton Frank: Wir haben noch sieben Minuten um unter 9:30 zu bleiben, wir gehen.), freundete ich mich mit dem Gedanken an, die etwas arg seltsame Vorgabe, auf jeden Fall laufend oben anzukommen, gegen meinen Wunsch, den Zieleinlauf mit jemandem zu teilen zu tauschen. Und nicht nur mit Jemandem. Es war für mich eine grosse Ehre, und erfüllte mich mit grossem Stolz (und Leute die mich kennen, wissen, dass ich mit dem Wort nicht leichtfertig bin), in dieser Vierergruppe zu finishen. Wahnsinn!

Nach dem Empfang gings dann zum Brockenstein, knutschen, den Stein natürlich, und Photosession. Am Ende noch ein Beweisphoto, dass ich nachher rumschicken wollte, an alle, die sich Sorgen machten, dass ich irgendwo auf der Strecke verende. Nach dem diese Punkte abgehakt waren, schoss mir die Schönheit des Moments durch Mark und Bein. Was ein Ausblick, klare Sicht in alle Richtungen. Ich war sehr gefesselt und habe mich erstmal auf die Holzbalken gesetzt und geschaut. Keine Ahnung wie lange. Zwischendurch habe ich mich noch unterhalten mit einem interessierten Brockentouristen, und immer wieder die Aussicht genossen, und den Himmel, und die Luft. Irgendwann setzte dann leichtes Zittern ein. Au weia. Das kannte ich. Nach langen Läufen (was heisst denn jetzt noch lang?) schlottere ich manchmal eine geraume Zeit vor mich hin, bis ich wieder auf Temperatur komme. Schnell rein. Aber wo ist das, rein? Herrje. Glücklicherweise bekomme ich am Ziel eine Führerin, die eh gerade eine Liste zum Urkundenschreiben reinbringen will. Hm. Die Tür hatte ich so nicht erkannt. Oben steigt mir erst der Essensgeruch in die Nase und in den Kopf. Oh. Lecker ja, aber der Magen warnt, dass ich das vorsichtig angehen lassen sollte. Ich bekomme meinen Beutel, werde beklatscht, und fühle mich enorm wohl. Bei Uwe und Silke finde ich Platz, wo ich meinen ganzen Hausrat ausbreiten kann, und mache mich nach kurzem Schnack mit den anderen Göttingern in der Ecke auf zum Duschen. Hm. drei Leute vor mir, aber immerhin ist die Heizung voll an. Aber so nackig hier rumstehen? Ich zittere mittlerweile ganz ordentlich. Dann fällt mir wieder ein: War ich nicht unzufrieden mit meinem Klogang heute früh? Wollte ich nicht irgendwann in die Büsche? Irgendwie kam der Moment nicht, und mein Darm hat dann doch irgendwann die Flüssigkeit zum Ausschwitzen geholt. Na, das hat ja gut geklappt. Aber jetzt setzte ich mich doch mal aufs Klo. Hinsetzen war eine Wohltat. Aufstehen weniger, und mit dem Papier hatte ich auch keinen Spass, weil ich mir unter meinem Fleece-Minirock den schwitzigen Hintern doch etwas wundgescheuert hatte. Manno. Das Bodyglide war in der Weste. Ich hätt es nur draufschmieren müssen. Nunja, jetzt muss ich da durch. Die Dusche war himmlisch, wenn auch recht kurz, es kam ein nicht enden wollender Strom an Nackideis, also flott wieder raus, und in die wohlverdienten warmen, trockenen Klamotten. Mit der dritten Schicht hörte auch langsam das Zittern auf.

Nächster Punkt: Trinken. Zwei alkfreie Weizen und ne grosse Spezi. Wie? Ja, alles für mich. Hinsetzen, Beine hoch und nach und nach rein damit. Das tat gut. Essen? Oha, dazu muss ich ja aufstehen. Kurz überlege ich, ob ich Silke bitte, mir was zu holen. Aber ich reisse mich zusammen, und eiere vorsichtig Richtung Buffet. Hm, nichts was mich umhaut. Aber egal, es muss was rein, Tortellini mit Käsesauce, ok. Oh, Suppe! Das ist klasse. Mit zwei übervollen Tellern stakse ich unfallfrei wieder an meinen Platz. Die Suppe ist etwas scharf, tut aber enorm gut. Die Nudeln sind nicht mehr ganz warm, und mein Magen ist mit der Käsesauce nicht ganz einverstanden. Pflichtbewusst pferche ich mir einen halben Teller rein, dann ist Sense. Mehr geht nicht. Na, wird schon reichen. Jetzt aber schnell in die dicke Jacke und ab nach draussen, bald geht die Sonne unter. Das war ja mein Obertraumziel, vom Brocken aus die Sonne untergehen sehen. Zugegebenermassen war mein Traum mit der untergehenden Sonne ins Ziel zu laufen. Dass ich nun dermassen viel früher hier oben war, ist der Hammer. Draussen dann eine gewisse Enttäuschung: Ein dickes Wolkenband über dem westlichen Horizont, genau darin versank gerade die Sonne. Ohne besonders hübsches Farbenspiel. Stattdessen gabs aber gute Stimmung im Ziel, wir (Silke und Uwe waren auch mit rausgekommen) stellten uns noch eine Weile dazu, applaudierten, nahmen Läufer in Empfang. Was für ein Erlebnis so viel Freude, Erleichterung, Stolz, aber auch Schmerzen und Erschöpfung in den Gesichtern der Ankommenden zu sehen. Welche Strecke ich da vorhin zu Ende gebracht hatte ist in den Endorphinen etwas untergegangen. Hier konnte ich das nochmal Live miterleben. Eindrucksvoll! Als die Kälte wieder in meine Knochen kroch, gings wieder rein, mit Leuten quatschen, noch was trinken, Sachen sortieren. Oh, die Entwarnungsemail schreiben, wie konnte ich das vergessen? Nunja, Leerlauf hatte ich vorher noch nicht gehabt.

Irgendwie kamen die meisten Läufer deutlich früher oben an, als gedacht, so dass die Busse von Schierke vorverlegt wurden. Eine erster Trupp zog los, aber da war schnell klar, dass die auch den ersten Bus füllen würden. Also Entspannung, noch mehr quatschen, trinken, geniessen, beglückwünschen, Neukömmlinge beklatschen. Grossartig! Dank Aschus Info, dass ohne ihn und Markus der zweite Bus nicht losfährt, war ich tiefenentspannt. Irgendwann wurde dann zum Aufbruch geblasen, ich warf mich in meine warmen Sachen und raus. Danke Brockenwirt! Draussen wieder mal ein Anblick, der mich umhaute: ein Lichtermeer unter uns, man konnte in Wernigerode Strassenlaternen zählen. Auch die weiter entfernten Städte leuchteten deutlich. Wie erhaben! Da machte es kaum was, dass wir noch ein Weile warten mussten, bis geklärt war, dass Markus mit den letzten Läufern nachkommen würde. Wie, die hatten kaum Zeit zu duschen? Geschweige denn Essen? Das ist aber nicht so schön. Das tat mir leid. Der Abstieg war dann schwieriger als gedacht. Erstmal musste ich mich ausziehen. Na klar, der Brockenbeutel war noch nicht auf die sommerlichen Temperaturen optimiert, und ich hatte ohne nachzudenken das angezogen, was ich mir vor drei Wochen überlegt hatte… Dann war ich zu faul die Yaktrax rauszuholen, da waren ja die Jacken drauf. Meine Wanderschuhe waren zu eng. Vor allem im Zehenbereich. Zusammen mit meinem wunden Hintern habe ich so ein jämmerliches Bild abgegeben, dass Sanna sich weigerte mir meinem Rucksack nach kurz mal Halten wiederzugeben. Ohne Rucksack war es deutlich angenehmer. Dafür musste ich mich mit meinem Selbstideal alles alleine zu machen auseinandersetzen. Mir kann doch nicht jemand anderes meine Sachen (die wirklich schwer waren) nach unten schleppen. Nunja, irgendwann musste Sanna in die Büsche und ich hatte meinen Rucksack wieder, aber das war schon fast unten. Viel Zeit zu spüren, wie sehr mir das gegen den Strich ging. Alleine machen! War ich drei? Vielleicht. Die Bobbahn machte Programm, und ich setzte mich zweimal auf völlig unschuldig aussehenden Stücken auf den Hintern. Glücklicherweise aber mit Abfangen und ohne grösseren Schaden. Yaktrax? Wird sicher gleich besser. Wurde es nicht, aber irgendwann waren wir unten.

Im Cafe Winkler dann eine Eisschokolade und ab in den Bus. Danke fürs Pulli hinterhertragen, Aschu! Den hätte ich schmerzlich vermisst. Nach kurzer Fahrt durch den Ort hielten wir wieder an, und es stiegen noch drei Gestalten ein. Ui, die hatten versucht eine Abkürzung nach Schierke zu nehmen, und sind vom letzten Mann Markus überholt worden. Ist ja gerade nochmal gut gegangen. Die Rückfahrt verbrachte ich in einem Dämmerzustand, mit kurzen Wortwechseln mit Yvonne neben mir, eine der drei Zugestiegenen. Ich versuchte, mich im Moment zu halten, wollte die Länge der Strecke nochmal Revue passieren lassen, aber der warme Bus, das Geschaukel und die Schlafsaalathmosphäre taten ihren Teil. Und schwups waren wir auch schon wieder in bekannten Gefilden. Ich war kurz am Schwanken, ob ich mich an der Knochenmühle rauswerfen lassen sollte, aber zum einen hatte ich mir den Abstieg aus dem Wald vorher sehr schön ausgemalt, die Knochenmühle auch nicht soo viel näher (OK, es wäre einer statt 2km gewesen, aber dafür bergauf!) und zum anderen ist die B27 an der Knochenmühle nicht der Ort, wo man mit einem Bus eben mal anhält. Also noch eine Ehrenrunde durch Göttingen, und rauf zum Kehr. Ich bin als letzter gemütlich aus dem Bus gekrabbelt, und die meisten waren schon an ihren Autos, hatten sich versprengt. OK, keine grossen Abschiedsszenen. War ja auch schon spät. Also bin ich los, habe den dunklen Gestalten unterwegs noch alles Gute gewünscht, einen Menschen auf den rechten Weg geführt, er wollte zum Mittelberg und war drauf und dran die Bismarkstrasse runter zu gehen, und ich war wieder alleine. Im Wald. Mitten in der Nacht. Aber mitten in meinem Wald, und mitten in meiner Nacht. Was ist alles passiert, seit ich mit Ilka heute früh diesen Weg hochgestiefelt bin. Habe ich das erwartet? Nein. Es war um ein Vielfaches wunderbarer als ich es mir erträumt hatte. Ich genoss meine letzten Schritte, den kleinen Trampelpfad an der Abbruchkante, das Ankommen ins verschlafene Herberhausen, die unendliche Freude über diesen Wahnsinnstag.

Zu Hause brauchte ich noch eine Weile zum Runterkommen. War zu faul Tee zu kochen, essen wollte ich auch nichts, habe einen Liter Wasser getrunken, und bin um halb zwei ins Bett gefallen. Bis 10 Uhr habe ich dann versucht eine Liegeposition zu finden, wo meine Beine wenig schmerzten. Das kannte ich ja noch von Rüningen. Als ich irgendwann genug gelegen hatte und wieder in die Senkrechte kam, traf es mich: Kopfschmerzen. Weiha, wie der übelste Kater. Mist. Wo war der Fehler? Ich habe doch gestern so vieles richtig gemacht? OK, zum Normalzustand fehlte eine Menge Teein in meinem Körper. Salz? Vielleicht. Also Tee trinken und Salz ins Müsli. Zu viel Salz? Spätestens als ich zum Mittag eine Dose gesalzene Cashews verdrückte und mein Mund ziemlich anschwoll kam mir der Verdacht. Also kein Salz mehr. Aber Trinken. Die eine Tasse Tee nach dem Mittag war das übelste Zeug, was ich je im Mund hatte. Igitt. Aber meine Eltern, die mit den Kindern gerade eingetrudelt waren, meinten beide, der Tee wäre in Ordnung. Oha, hier lief was richtig dolle schief. Mit jedem Schluck hatte ich das Gefühl, dass entweder der Tee direkt in meine Zunge aufgesogen wird, oder andersrum diverse Flüssigkeit aus der Zunge strömte. Augen zu und durch. Die zweite Tasse ging dann besser. Langsam beruhigte sich mein Mund. Die Lippen schwollen ab. Nur die Kopfschmerzen blieben. Bis Montag früh. Aufstehen, Kinder fertig machen? Kein Spass! Auf dem Weg zur Arbeit kam dann die Erlösung, der Fahrtwind pustete den Kopf frei, die gewohnte Struktur am Schreibtisch gab mir genug Sicherheit. Ich war wieder im Lot. Uffa. Ich bekam sogar Lust, Laufen zu gehen. Aber nein, heute noch nicht. Das sollte erst Dienstag abend klappen. Ich tastete mich vorsichtig aus dem Haus, machte ein paar Schritte, wurde schneller, trabte die Strasse entlang. Hey, das tut ja überhaupt nicht weh! Sollte ich etwa…? Mal schauen, bis zur Mackenröder Spitze ging es fast besser als die Woche vor der BC. Also los, rüber auf den Hengstberg. #11. Und gute Laune. Also die lange Runde zurück, mann ging das gut. Ich liess laufen, freute mich über die geglückte Regeneration. Scheiss auf recovery runs, zwei Tage aussetzen war der Schlüssel. Diesmal. Nach der Hecke Rampe (klar, wenn man hier Steigungen übt, ist der Entsafter flach. Nur eben zehnmal so lang.) merkte ich doch dass ich am Wochenende was getan habe. Die Hüfte maulte. Genug der Eisrutscherei. Aber nein, bis hinters Kerstlingeröder Feld musste ich warten, bis es wieder eisfrei war. dann mal flott am Damwild vorbei nach Hause. Am Ende war ich froh, wieder zu Hause zu sein, aber hey, das waren 19k, in einer Zeit die ich mich vor ner Woche nicht getraut hätte. Cool!

Rueningen 24hour 2016

 
Six weeks back, I ran my first 100miler and was pretty impressed by my state afterwards and the quick recovery. A glimpse on the family calendar after we came back from summer vacation, and I spontaneously asked for getting last weekend off to get revenge for my drop after 135k in the Rueningen 24h race two years ago. (see here ) Some compromises were made, my parents were asked to take the kids for that weekend, so the wife got free time, and I could start making war plans.
The race is pretty small and mostly attracts local runners who like to camp on the site and run a bit here and there. So I figured, if I ever get to race at the top, it is here.

After the Thuerigen Ultra, I felt pretty confident to make a hundred miles on the flat course with inifite access to my stuff and fueling. So this was my minimal goal. More accurately I wanted to go one loop further to log the longest run I’d done. The next goals included placing in my age group (which was from 16 to 40 years), winning it, placing overall, or maybe winning the thing. OK, I was dreaming big.

As last time, preparation was perfect. Also I learned a thing or two since my first ultra. And got better equipment, most prominently I switched to Injinji socks and Altra shoes, so no more toe blistering. I know how to lube, which shirts chafes the least, and I got some mink oil as Rich proposed, to waterproof my feet. I brought my box with all the blister stuff, first aid, ice packs, tape, scissors, shoes to apply those scissors to in case my toes needed fresh air. I took the food I knew I like and could stomach, cereal bars, fruit/nut bars, potatoe chips. Apples and bananas as well as salted boiled potatoes would be available at the aid station. They also had electrolyte drink, which they happily filled my bottle with, whenever it got empty. To drink I had 6 thermos flasks with green tea, 4l of Coke, a bottle of beet root/ginger juice, and some plain water, just in case. Under my table I placed a waterproof duffle bag with all my running shoes (and there are some of them) well sorted in plastic bags in the probability I would want to wear them. There were also two bags with clothes, one for hot conditions, one for cold conditions. Oh, and this year I brought my own chair that I would take over the barrier onto the course for shoe changes and feet inspections. As the car went with my kids and parents, I also pitched a small tent for the case I really crashed, and to put all my stuff in for after the race.

We were there way in advance. And my son decided to stay with me, until the girls came with my parents to log some loops and go back to my parents place for the night. Asked about his goals he said 80k, which was the distance of last years winner in the youth age group up to 16y. But my son was still to turn 10 this tuesday. Though, he has the same tendency as me to not stop whatever he begins. I was really curious how he would perform. As he never trained distance running, I tried to influence him a bit to run slower and keep in mind that there is also a second day. I believed that 10k would be a surprise.

I was going for revenge for two years ago, where I quit at 18:18 with 135k. This year I started faster, and felt good. I was able to adjust to anything that was thrown at me:

We had a severe downpour after the first 90 minutes, and I just plodded on. After the volunteers (literally) brushed all water from the cinder part of the loop, I switched into dry socks and shoes, and saw that following the mink oil tip from Rich was on point. Practically no maceration after running two hours in soaked socks. Also chosing the least cushioned shoes for the beginning (and switching into the very same model after the water was gone) turned out a good decision. No problems with my gait, the ground feeling, toes ankles, whatever. Lateron, I wanted to switch to the highly cushioned road shoes that also brought me through the last third of July’s 100 miler.

At some point my left knee complained in the dominating left, so I began a pattern of walking one of the steep curves every 1.5 loops, one of which was the most annoying curve of the rubber track, the other in the start area where I had my table. So I refueled every 3k, which turned out perfect. The knee went silent again.

At another time I felt a roaring in my stomach, the hunger that might announce an energy shortage soon. So I ate a bit more, and this was also resolved.
Once I looked at my table and was magically drawn to the potatoe chips. So I ate a handful and never had the urge again.
I drank what appealed at the very moment (which was quite a bit, maybe half a liter every 3k) and was never feeling dehydrated, even though I sweated a lot.
I had one gassy and one successful bathroom break, the second one late in the night, where I had to concentrate not to fall asleep and besides the toilet. One stop at the bushes.

This year, the DJ was in way better mood (or maybe another person?) than last time. I actually liked the majority of songs. When they were played for the first time. He still kept repeating songs 3-5 times, which got pretty annoying when I was in bad spots.

Running more than 15k between 2400 and 0400 earned me a shirt, which I happily got directly after the 15k to avoid getting a too small one again. I was going to ask for a second one, but overtimed my 30th lap after midnight so that I only logged 29k in this period. Bummer.

I had a major battle with the Blerch around 4am. But remebering the song title ‘Wenn die Nacht am tiefsten ist, ist der Tag am naechsten’, meaning ‘if/when the night is darkest, day is nearest’ made me smile until the sky began to clear in the east.

So I went on, owning the third place overall, before me two guys from italy. Andrea, who registered with the club name ‘sri chinmoy marathon team’, is/was member of the Italian national 24h team, and ran in pure pain with some quad issue for 23 hours (because his train was late he started an hour later) but ran us all down to reach 188k. He was quite an inspiration to me. Fabio, who got pulled from Spartathlon at mile 80 or so, missing a cut off. We shared some way and talked, but he ran faster than me. He reached 173k.

I definitely wanted a podium place, but saw my changes vanishing from the beginning when I realized how many experienced people were on the course. A girl from the Netherlands held first place overall with a gap of 5k pretty early on. And she continued for 10hours with a blistering pace. Until she took a longer break in her tent, and came back a bit slower, and fallen behind. A guy from Denmark was asked by the announcer about his goals and said 180k, maybe another Spartathlon aspirant. He was fast and determined, held the second place behind Fabio until they were overtaken by Andrea. Around 3am I saw the danish guy leaving with his girlfriend/crew, coolers and bags. He was out.

I raced. Had fun. Saw people dropping before me, and behind me, and figured this 24h running is a game of last man standing. Everybody tunes up to the max until they burn. And it could be very well be me who burns. And so it was after 20 hours. 90 minutes later than two years ago. After 145k. I mentally quit and retreated into my tent. My right calf got unbearable. The quads were screaming for some hours now, but this calf thing was a stopper.
The last two laps, I tried to walk and tough it out, but seeing Sascha, fourth place, 3k behind me, circling easily after he nearly dropped in the night as his knee hurt extremely bad, crushed my determination. I walked until he overtook me, then sat down to massage my quad and calf. This did not help, or even work at all, so I decided to hop over the barrier and find some sleep in the tent.

I Could not sleep, everything hurt badly and it was hot in the tent. By letting my thoughs cruise, I eventually found the reason for my crash. Somewhere during the night, I felt a developing blister. Only one sting, but it felt like in the 100miler, where I got a huge blister under my right foot. It did not want this to happen again, and concentrated on my gait. Avoid slipping in the shoes. In order to achieve this, I changed my gait to a better form, have the big toe point straight forward, push only when the big toe and heel have full ground contact, push straight back, roll over the big toe. All this made and makes sense, but not when my usual gait is different. A race is maybe not the best point to learn a new gait. So I heavily overused the outer part of my right calf which was not trained for this. Darn.

But knowing this, there was an obvious fix, simply switch my gait back to the dirty usual style. So I got out of the tent, after a break of about 90 minutes, and hobbled on. Became faster, and could find my rythm back. Acutally, running hurt much less than laying in the tent. But I did not get to the former speed. The 3rd place overall was long gone to Sascha, looking for a Spartathlon qualification (which requires 180k in a 24h), before I retreated. After I came back, I still held third place in my age group (ranging from 16 to 40 years), but only by a very small margin, and the fourth, Steffen, was faster than me. After I made it to 154k, he took the third position and I lost the motivation to push further. So I took a shower, and 15 minutes before the end went an honorary loop together with my kids to make it to 155k.

No place, not even the 100 miles that I thought were set. I was disappointed. But I learned a lot. And I really raced for the first time. This might become fun

Some items that did not fit into the timeline:
My sister came onto the course three times to run a few laps with me, as she also lives nearby. She was wearing a summer dress and flipflops and was voted best dressed runner by the bypassers Her company always lifted my spirits.

Having the kids on the course wass both nice and a burden. I loved to see them having fun with my parents, and running on their own, but I could not entirely switch off my parental thoughts and caring. Tom, you forgot to take off your T-shirt before putting on the race shirt. Ok, Jule, let’s do a lap together. Stop, Ronja, don’t pull on my hand, this twists my knee. No, I do not know where your bottle is. Yes, you can eat from the aid station whatever you want. No, I won’t wait for you. Carrying? No way! Where are your glasses, Tom?

Tom showed a lot of determination. He ran like hell in the first two laps and was proud to be first in the youth category. He then made sure that no youthly looking runner overtook him. Shuffling between running fast and walking. He even ran through the rain, totally soaked. And continued. All in his Crocs. Eventually, he told me that he will take a break. He got dried by my parents and sat for a while in my chair with a rain jacket to get warm again. And then he was on the course again. Less ambitious, the distance was getting to him. And then they left for the night. He made a plan that my dad would bring him to the course early on Sun, but they did not appear. Not until noon. Not until 1400, an hour before the end. I was afraid that somehow they could not bring him, and he was mad about this. But when my sister arrived, she could tell me that he woke up so sore that he did not want to run at all. The kids and my mother came for the last hour, which was fine for the girls to circle once or twice, and him to get one last lap to reach 21k in the end. Pretty impressive given that he did not train running. And he might have learned something too

Sascha, the guy chasing me when I was still cruising well, had a serious problem with his knee during the night, fearing some permanent damage. I was expecting him to drop any minute. (Which would have given me quite some relieve, although I felt with him). But he had a very good handler/crew/friend who both ran with him, especially when the going got tough. But he also arranged a mattress next to the course, and someone to massage the knee and apply some ointment to the spot. He got him up, convinced him that this was not permanent, and got him into a nice rythm again. Later, he arranged food and drinks, brought cups and bottles, took them off Sascha once he was done.
This all was both admirable and soul crushing. It showed me that I had a big disadvantage to Sascha. And took my hopes of keeping him behind me. Would I perform better with a crew? I dunno. Depends largely on the person. Usually, I tend to worry about people who help me. So much that it would compromise my race. I think. So the person needs to be pretty strong in convincing me that they care about themselves.

Next year? Maybe. I’d like to, but this might collide with another race that is on top of my bucket list.

A joyful day of pain

This year was the tenth anniversary of the 100k race called Thüringen Ultra ( http://www.thueringenultra.de ), just like five years ago they celebrated by adding a 100 mile Option. The date was fine, I was hungry for a loong race due to several missed ones this year, so I decided: This is the time to go 100 miles.

My preparation lacked quite a bit of miles, I knew. But I was determined, expected a lot of discomfort, a slow time, and wanted to have fun as much as possible. Usually, this approach turns out quite well for me.

The race is rather small, 120 100mile starter, 160 100k starter and some relay teams. It starts and ends in a village of 200 people, and roams the forest roads and trails of the Thüringer Wald, some German mountain range peaking at 900m altitude.

100mile starters had to pick their starting time such that they will reach 71k, the point where the milers reached the 100k route (at their 10k mark) between 4am and 7am, so that the entire field would not spread too much. I planned to leave at 7pm, as I figured 9hours for 70k must be fine. But on site several people told me they decided to go an hour earlier, as they were told that the first part was not as easy as it looked on paper. Also three pretty experienced people were on that wave, my preparation was already done, and I was eager to leave.

With a short intro a pack of about 40 was sent on the way, immediately easing into a slow jog, and out of the small village of Froettstaedt. We rolled through fields, woods, along train rails, over short hills, through open landscape which was kind of a nature’s reserve. Already before the start, I regretted having put some beans in the pre-race millet meal. Some gas did not find the exit, and I suffered more or less constant gut pain. During walking, I could massage it, but the pain stayed. In the week before the race I encountered a new nagging pain: the left adductor or gracilis hurt pretty sharply when running slow (presumably because I have a different gait running that slow). I could stretch the part and go on for another 200m, and had the issue again. This came up pretty quickly in the race too. I tried to change gait, run a little faster, stretched from time to time, and tried to forget about this pain, remembering the saying: ‘If something hurts at the start of an ultra, don’t worry, in the end something else will hurt (more)’.

During the first marathon, until it got dark, I went through all issues I had in the preceding weeks on training runs. They all came and went. Fortunately. All in all I could deal very well with the pain, in the sense that it never slowed me down.

The evening and the coming night were really nice weatherwise. We had sun, but no heat, and a gentle breeze keeping most bugs from us, despite some nasty horse flies, but no windchill. I ran with half length tights, a single thin longsleeve and my pack and was fine for the entire night.

When it got darker, I refused to take out my headlamp, as I so much like the dark woods, but unfortunately my companion at that time and me missed a turn on the perfectly marked course. There simply was no intersection, just two scantlings over a ditch. Someone behind us whistled and flashed his lamp, but stubbornly went on anyway. After 500m, nobody following us, I had a look at my watch’s navigation and saw that we were off track. When we found the improvised brigde (with headlamps the reflecting sprayed arrows were very well visible), we joined a larger pack and walked through the single track trail through something like a swamp. I would have liked to run, but 20+ people in front of me were not passable.

Right after the marathon mark aid station we climbed the peak of a hill leading to a long ridge with an exquisite single track trail. Unfortunately also with a significant number of roots which I had to learn the hard way on the first steps along the ridge. Some cut in the left hand bleeded a bit but I figured it would dry before I finish. One more spot of pain though.
The rigde was a wonderful experience. Just the way I liked running. A winding trail, soft ground, a bit of up and down, sometimes steep off to the sides, sometimes almost overgrown by the surrounding bushes. Every now and then, there was one of the lovely reflective arrows to assure us to be on track. I found my gear and headed off ahead of the big pack, knowing some 5 guys of the six o’clock wave in front of me. Right before getting down the rigde at the other end I passed two guys who started two hours earlier, taking the night easy.

Down in the valley we had to travel an endless bike path along a train track. What a contrast to the earlier trail. At some point I was unsure about the correct way and traveled back a bit until I met someone who assured me to go on. That was where we were passed by the first people from the 7pm start wave. Wow. They already made up an hour. At the next aid station there was a clash of those, the few slower runners we collected on the last mile and the big pack of my wave, who rolled in, when I was getting ready to leave.

Up we headed out of the valley, south back into the woods, up the next hill. With some orientation issues (there was no error for 100m, despite several (admittedly very small) tracks leaving our forest road), there was a longer line of small groups illuminating the forest with their headlamps. Sometimes two, somtimes more, several lonely runners, all heading slowly along their way. A pretty calmful portion of the race. At that point all the ‘we will be too early at the merging point’ chatter was calmed, we would not be there much before 4am, and to me it did not matter anymore. I just wanted to meet the 100k people. And I wanted to get as far as possible before being caught by them

At the merging point, 71k, at about 4:05am, I accessed my drop bag (the second, the first at the marathon mark did not contain anything I needed at that moment. Mostly because I needed no more than what was provided at the aid stations). I drank the beet root, ginger juice with some chia seeds, changed socks and shoes. Airing feet, a wonderful thing. Also, I changed to the very same model and size of shoes, yet they felt significantly different. Like i flattened the sole of the first pair a lot during the first part of the race. The other pair felt much more cushy. And fresh socks!

Also here I could finally hook my watch to a charger. I am a data guy, so having a full track of my run meant a lot to me. And even though I set my watch to a longer GPS polling interval such that it promised to hold for 12 hours, activating the navigation must have undermined that, draining the battery much faster. I could switch mid run to an emergency mode which polls even less often and shut down the navigation that the watch made it to 71k alive and kicking. Still a bummer. I need a new watch. Please Suunto release that Spartan Ultra already! I put the watch and charger in my pack and headed on. Now feeling the break, my fatigue, stiff legs and a bit of tiredness. Acutally, I was not tired the entire night until then, when the sky began to clear up again. Great!

The sunrise left me a bit disappointed. The lack of a clear view east is one of the very few spots the organizers did not plan properly. It just became lighter and ligher and then it was daytime again. This was about where the lead runners from the 100k race caught us. They blasted away like flying. Up a pretty steep slope. (Ok, everything above 3% grade seemed steep to me at that point.) Soon thereafter, I was eating some potatoe chips I got from my last drop bag, someone approached from behind, and without looking I offered some, just to recognize a friend, Falk. He shared a hug and his always supportive grin and went on, commenting my ‘you are among top ten’ with a ‘This is just a training run’. Later Aschu who drove me to the race passed by, again a much appreciated hug and encouraging words, which left my in much better spirit.

Somewhere around 98k I felt a sharp pain under my left foot. Like a pointy stone, which would not move in the shoe. I stopped, took my shoe off and found a blister, thumb sized, under the ball of my left foot. Darn. We already had some light rain, and some grass passages, so my foot was a bit wet too. I went on, not knowing what would be best, but decided to better tape the foot at the next aid station. Why I waited for that one, I don’t know. 2k later, I downed some coke, took a few waffles and another cup of electrolyte drink to a bench and dealt with my foot. Thankfully, Pat’s race report led my to the last minute purchase of baby wipes. They came in pretty handy to clean my feet before taping. I just put a large loop of Leukotape around my entire forefoot, covering the blister. I did not drain it, as my reading of John’s book was already quite a while ago, and I learned from some medic people that leaving a blister intact is the better option infection wise. That I still wanted to pound on it for 60k did not really go through my head then. I also taped the right foot the same way, just to be sure, and because I knew that it looked similar from the not-so-smooth skin under that ball like the left one. Here at this AS, I was passed by Alex and Kathi, who shared a bike on the 100k as a run/bike relay team. More encouraging words, some pityful looks because of my blister, and on they went.

At all aid stations I drank a lot. I do so every day, I figured my metabolism may be used to it, and this came out to be true. I sweated a lot during the night. And I did not pee that often. Usually, I drank half coke, half electrolyte drink, and when available broth, or tea which I mixed with coke to get rid of the gas. I was pretty happy to have the bladder of my race vest filled a bit, because I often had a dry sugary mouth a bit after an aid station. Just like the feeling when I fall asleep with a bonbon in my mouth (did not happen for quite some years now). Flushing the mouth with some water was a big plus.

Looking at the elevation profile of the race, I was always anxious of the part that laid directly ahead of me. A steep drop of about 400m, immediatlely followed by a climb of that same height. Running downhill was no longer fun (it has not been for some hours already). So I waited for the painful part. But it did not come. I went down gradually, more and more, but mostly on 3-4% grades. All runnable, for me in my current state. Only, I did not allow myself to walk, when it was neither to steep down, or up. So I ran for pretty long periods without stopping, which hurt in its own special way after some time. The blister was there, but seemed to be tamed a bit by the tape. And as we went down and down, eventually reaching an old railway track which was a tarmac bike path now, heading gently down into the valley, I realized that I was about to get that nasty looking downhill part done. This felt great. Despite the pain my legs were in for the extended periods of running. I threw in some Morton Stretches, which hurt like hell, stretching my quads, but I felt a bit looser after.

Reaching the downmost aid station was a relief and burden at once. I had to deal with my drop bag. Here I put my thick cushioned Torin, big enough for swollen feet (thanks, Cherie!), also I had to adjust to the weather. The nastiest rain seemed to be over though, so I did not change much. I also was in a very indifferent state. This was the point, at about 120k, where I just wanted this whole damn thing to be over. Good for my race, that the quickest way was to get moving and drag me to that finish line. That’s what I did.

Going into the 400m climb (now knowing that it won’t be steeper than 4% most of the way) it began to rain. And rain some more. And still. It was no big downpour, but a steady drizzle, getting into everything, and, even worse, constantly cooling me out. I had a hard time to run hard enough uphill to generate sufficient heat after I sat for 10 minutes at the aid station. This is where I lost the fun. It came back for small visits when people of the 100k crowd passed me and commented on how well I was moving. But mostly I was cold, drained, wet, tired, and in large pain. Speaking of pain (again), somewhere pretty early (50k, perhaps) I realized that the Butt Shield did not work as intended and I was getting the dreaded butt chafing. I got it from walking, and it hurt during walking. Not so much while running. So, just for the sake of pain relief, my walking breaks became much and much shorter. My running became much and much slower too.

One of the aims of this endeavor was to have spiritual epiphanies. I was pretty disappointed to stay pretty strongly connected to reality, for which I blame all the pain. When I looked for weird stuff in my perception, I found myself seeing animals all over the place. Horses behind a tree or bush, smaller things on the ground which turned out to be roots or fallen branches. At one point, I definitely saw a young boar, but strangely in this glow-in-the-dark yellowish-green. I rechecked and was sure that someone put a wooden figure of this boar there like there are wooden signs showing playing children in many villages to keep car drivers going slow. The thing was there. As I reached it (already checking for the neon-boar mother), it turned out a big rock with moss, mimicking the signing of a young boar. Well played. As this was the most significant kind-of hallunication, I decided to take the boar (maybe young) as my spirit animal.

During the last quarter, I got really tired from time to time. Never enough for my eyes to close automatically, but the urge to find a bench and wrap in my emergency blanket was there. Also, the pain and the senselessness of all this was getting to me. I was about to stop, and start sobbing every moment. Several times when this came up more strongly, I took this as an emotional and open moment, and directed my attention to the nice things aroung me. And surprisingly it worked. This emotional guy could as well get emotional over the beauty of rock formations, flowers, plants, running water, and whatnot.

I had some fun with Alex and his (shift working) bike crew, who were about the speed as me. And apparently, his buddies did not really think through what they had gotten themselves into agreeing to crew a runner for half a hundred mile race. The trail being as it was, they had a hard job to keep up on the uphills, and had to concentrate a lot on the downhills. Getting a sore butt, stiff hands. Being out there all night, or in the rain. All on the serve for a cranky runner. They had several louder arguings, but seemed to still like each other. This scenario cheered my up quite a bit. The crew mentioned that Alex promised to give them beer. And they laughed, when I told them, that this was a bad idea: They would be dead if they drank as much beer as they deserved for their ordeal.

After some more up and down through the woods, the route got to open fields, and it became clear that we approached the finish. It was still 20k ahead, but hey, 20k is an extended evening run. But usually, those hurt less. I let quite some people pass, fully settled into my shuffle, just focussed to keep moving. At one aid station, they had a barrow with a cozy blanket, and as I joked with the ladies running the aid station, that this is pretty appealing, I felt the urge to lay down there rising quickly, so I hastily got away.

During the cold, wet, windy hours, I refused twice to take a spare shirt of someone, just to ask the one guy a mile later, to lend it to me. Fortunately, the rain stopped quickly after and it got warmer. When we left the woods, the sun came out, and it became really warm. I met the guy again, who had shin issues, asking for ice at an aid station, and handed the shirt back. One thing less to worry about.

Soon thereafter I had a sharp pain in my left foot, it felt like running with bare flesh on rocks. The blister finally popped. 12k to the finish. I could not get much cheering out of the fact that my taping held up that long, but just gritted my teeth and stumbled on, waiting for the nerves to shut down, as I refused to listen. It somehow worked, but every now and then, especially on downhills, they fired up again. Making me wish for the finish line even more.

5k to the finish was kind of the party aid station. Run by a communal raido station, they asked for songs, the runners wanted to hear, and someone stood on a scaffolding tower with binoculars and checked the bib numbers. They announced every runner by name, saying some nice words, playing their songs. They even had some background info like how often the people already ran this race, how their finish times of the previous year was and so on. Reading about that circus beforehand, I was not sure, if I really would like it. But rolling into the AS, being announced, getting warm words, beeing cheered by a team of women with pom-poms was a great feeling, which lifted me up for another 800 meters or so. I was happy, even ran a bit faster after downing more coke.

But this high faded much earlier than I hoped for. The finish was so near, I could already see the landmarks, but the distance would not shrink. That the last part went through an industrial area did not help much after all the nice forest we roamed. About 4k to the finish, my legs decided that it is time to stop. I got cramps under my right foot, which I could only resolve by stepping on the egde on the sidewalk, pushing quite hard. Every 200 meters. I threw in some more Morton Stretches, but was about to cry every step. I did not, but stumbled on. And on and on. I was eagerly watching the distance on my watch grow, but it did not. Three or four people passed me in that last section, but I did not have anything left to clinch to them. No way. With all I was, I wanted to reach that finish line, and break down in tears. The last km-sign. Reaching Froettstaedt. Stumbling through small roads, around one last corner. Entering the finish area, seeing the arch. I was so relieved. Maybe happiness. Defintely pain. But also joy. The permission to stop. No more step to take. I flew over the finish line, somehow stopped. Got my medal and a milestone (the award for 100mile finishers) from the two little girls who handled the finish ceremony apparently autonomously, and they did it well and professionally. With my medal I stepped back , and got down to kiss the finish line, the most appropriate way to worship a place I so much longed for. After stepping aside for the next finisher, I already got a printout of my splits. Wow.

To get to an end of this report I spare the description of the painful shower, the delirium I was in on our way home, and the thankfulness I felt that Aschu drove me right home and I did not have to get my stuff by bike over the hill between his place and mine.

This was the singlemost painful thing I ever did voluntarily. Until now. But I did it. And survived. Again? Ask me in a week.

The data: movescount

A few words two days after: I am very surprised to regenerate that well. The blister still bugs me, but the butt was calm after some wound cream. I can, and could yesterday, walk down stairs, foward, without holding the handrail. I could even do this with a 30kg kid in my arms. I had no cravings whatsoever, after the race, the next day or now. I seem to have lost 1.5kg of body fat, which is in line with my expectation. I had no headache I have after a hard underwaterrugby tournament. I was a bit tired on Sunday, slept until 9am, slept an hour at noon, and half an hour in the afternoon. That is it. OK. my coworkers tell me I walk funnily, but this is because of the blister, and ‘some’ soreness mostly in the hips. And I love my compression pantyhose. Without it, my ankles were double the size. Maybe it also helps holding together the rest of my legs too. Still, my expectations were to crawl around for a week, requesting a wheelchair. This is so much better. So, maybe I do belong.

Kalt, Hart, Schoen dass es irgendwann vorbei war

Phew, glad that it’s done.

Yesterday was the local 50miler where I am part of the organizing committee and give the course description at the briefing. That is the main reason why I am pretty nervous beforehand. This year, several other events happened right before, and will in the next week(s), so I got drowned at some point and got sick. Ouch. Luckily, two and a half weeks out, so I was sure to be back alive come race day, not the week before like it was two years ago (and missed both the briefing and the race with fever).
But the damage was done, training wise. Not that I was well prepared in the first place, too few long runs, too many excuse days, where life happened (mostly family). I always calmed myself with the thought that consistency in my running will make up for that. Well, then came a 10 day break, and I restarted running a week before the race. Definitely not enough.
Anyway, I was determined to have fun, and, once I got the time to look into my slides from last year, was sure that the briefing will be at least OK. The day came, I was upright again, even went over the talk and tuned it a bit. Computer, beamer, 3D mouse, internet connection, microphone, all set up with the usual hassle, the briefing was a success. Phew. Done.
On my way home with Jan who also ran and stayed at my place, I realized that at least one important item for the next day was still in my office, and didn’t have my key card with me. Darn, downer. Another 30 minutes spent going there, fetching the stuff and coming back home. Funnily on the bike I felt my legs being pretty strong. Hey, that’s a good omen! And then prerace dinner was ready when I got home. Very good!
Laying out the stuff, and into bed.
The next morning my two older kids came with us to the start, 2k away from my home. In the dark, through the woods, they had to get down alone. But they know the woods there, and had flashlights. All fine. Still I am pretty proud that they are brave enough to do that.
At the breakfast, more a breakfeast, really good food and lots of it in a barn next to the start line, where everybody gathers to get some food or a coffee, I met Stefanie, finally in person. I saw her through the room on Friday, but she left before I disassembled all my stuff. Hey, that was a nice moment. Her first ultra was ahead, and she was really excited.
Kissing the kids goodbye, one last pit stop at a bush and of we went. ‘Brocken-Challenge 2018, here we go!’
I ran the first 25k with Jan, until he sent me off as I was holding back and he began to breathe harder. I tried to turn up the pace, chased and overtook a lot of people. Here, I began noticing some sharp pain in my left knee. Not very strong, but there. I did not bother, tried to carry my weight more by my ankles to take some load off the knees.
At the marathon mark, I was a bit disappointed that I got there five minutes later than last year, where we had long stretches of ice and lost a lot of time putting spikes on and off. Darn. Still, now the adventure begins, we enter the mountains. Somehow, all the people around me were also running pretty strong here, where I expected to make more ground. That was also different last year. I had a hard time until the 53k aid station, but could keep up the pace by simply looking at Niels’ heels and stop thinking. After the short stop, we entered a more flat section of the course and there were car tracks in the snow that were nicely runnable. And so I did. I got a bit worried when I saw a 4:55 on my Ambit, but it felt good. Only that I stayed in the right lane, which was tilted rightwards. Adding to the pain of my left knee. Argh! I ran on, walked sections with too fluffy snow or too much incline (over 5% ;-)), passed the 63k aid station and felt like a good time might still be in reach if I just push on. So I did. Later, I met Jens coming from the front to meet Yvonne, whom he supported this year. We chatted a bit, and parted. Only, the turn towards him, and then back made me knee angry as hell. I could not run more than three steps. Ouch! So I walked. and tried to run every now and then. I stretched, but no relief. I was pissed. I knew that I could do the last 15k walking before the cutoff. Still, it meant a lot of time in the cold winds, being overtaken, getting more and more frustrated. (As I am writing this, I remember overtaking someone three years ago in the very same spot, and he was also in severe pain. And ran on 2k later…)
Luckily I was reached by Aschu who also walked up the section, and we chatted. Actually, he told me that he was about to die in the same place some (more than three) years ago, puking his guts out, and determined to drop at the next aid station. But there he saw Michel who just dropped, sitting in a car, and looking so miserable, that he decided to go on, and somehow got his mojo back a bit later.
I let the two go, still walking when the two around me decided to run on, but my spirits were lifted a bit and tried running again. It was painful, but I found a gait which was bearable. I needed some section that was tilted leftwards, not slipping (not easy) and not too uneven. Then I could run. Slow, very slow, but run. With this shuffle I reached the next aid station Koenigskrug, was happy to see some runners I imagined way ahead already. Then came a very long ascent which I walked more or less exclusively. But when I ran, it was less and less painful. When the route got level again, I ran more and more. Even when it got very churned up, I could run. Hey! Nice!
Looking at the time it became clear that a sub 10h finish that I thought was gone when the knee gave up, was still possible. On I ran, drank some tea and broth at the last aid station, 7.8k before the summit and finish, hugged Maren who was working at the aid station, and shuffled on. Now mostly running. Still slow, of course. That way I fought my way up, nearer and nearer to the summit. Many tourists who came down the same path were cheering and encouraging. That really helped. I passed some runners on the path next to the railroad tracks, and was happily surprised to reach the final road much earlier than I expected. Still it was hard to run or walk, but I smelled the finish and that propelled me forward. I passed Bjoern who told me that Aschu was right ahead and an instant later I could see him in the fog before me. I worked up to him, and then we walked the finish in together. OK, 30m before the finish, when the finish crew appeared in the fog, we ran a bit.
Phew, was I happy to have reached the finish, and this thing was over. In a good way. Aschu was greeted by his girlfriend, and I found Niels who I clinged on before the 53k aid station finishing just behind us, hugged him, and took him to the stone marking the officially highest point of the summit to take photos.
Then inside, partly bathing in the warm atmosphere of very many very happy finishers and supporters, partly disappointed that it was already that crowded. Dang, I wanted to make this run quite a lot faster. Not this year.
Enjoying this room is always a favorite part of the BC. Getting out of the stinking clothes, standing in line for the one shower, dressing in dry, warm clothes afterwards, eating, drinking, chatting, dozing, meeting tons of friend. Applauding every finisher that enters the hall. Fantastic. Here, I finally got some time to chat with Stefanie. Very good, it seemed I did not lure her into some ordeal, but she got out of the race what I hoped for. A really good experience for her first ultra. Great!
Finally, we had to hike down the summit. No cars allowed up there, and the last train was long gone. Through the fog and some snow, but luckily no high winds as expected. But walking down was no longer fun. Somehow we managed to get the 8k hike done, entered the meeting point, a cafe, to wait for the departure of the bus towards the start where we wanted to hike back home, the path we went up the morning, which was a lifetime away at that moment. But we got the info from our bus driver that the first bus, full of runners broke down, and we will have to wait until another bus came from Goettingen. Not so nice, waiting another hour, entirely exhausted. Good that we were in a cafe and had access to food, drinks and restrooms. Then Tanya entered with her supporter Nodger to tell the bus coordinator that she will not need the bus but go with him by car. Quick I asked for two more places and was relieved to enter his car together with my brother. He then also drove us to my home. What service! When I learned that it took the other bus until 1:45 a.m. to reach the starting area, I was all the more thankful for that way out. Thank you Nodger! Getting out of the car and to my door was the most painful thing I did that day. Whoa! But a bit later I dropped dead in the bed.
Phew, was I glad that this was over!